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Glossar: Fachbegriffe verständlich erklärt

Orthophoto, DGM, Punktwolke oder SORA – hier finden Sie die wichtigsten Begriffe aus Drohnenvermessung und Geodaten, kurz und verständlich erklärt.

3

3D-Modell
Ein 3D-Modell ist eine digitale dreidimensionale Darstellung eines Objekts, Gebäudes oder Geländes. In der Drohnenvermessung werden 3D-Modelle aus Luftbildern (Photogrammetrie) oder LiDAR-Daten erstellt. Sie dienen der Visualisierung, Planung, Dokumentation und als Grundlage für BIM-Prozesse.
3D-Punktwolke
Eine 3D-Punktwolke ist eine Sammlung von Millionen einzelner Messpunkte im dreidimensionalen Raum, die gemeinsam die Oberfläche eines Objekts oder Geländes digital abbilden. Jeder Punkt besitzt X-, Y- und Z-Koordinaten sowie oft Farbinformationen. Punktwolken entstehen durch Photogrammetrie oder LiDAR-Scanning und bilden die Grundlage für 3D-Modelle, BIM-Modelle und präzise Vermessungen.

A

Abweichungsanalyse
Abweichungsanalyse quantifiziert und visualisiert die Differenzen zwischen zwei 3D-Modellen oder Punktwolken durch CloudCompare oder spezialisierte Software. Positive/negative Werte zeigen Zu- oder Abgänge und unterstützen Baufortschritts-Monitoring, Erosionsmessung und Qualitätskontrolle.
Agisoft Metashape
Agisoft Metashape ist eine professionelle Photogrammetrie-Software zur Verarbeitung von Drohnenbildern zu 3D-Modellen, Punktwolken und Orthophotos. Sie wird weltweit in Vermessung, Archäologie und Ingenieurwesen eingesetzt und unterstützt die Verarbeitung von tausenden Bildern.
Akku (LiPo)
LiPo-Akkus (Lithium-Polymer) sind die Standard-Energiequelle für Drohnen mit hoher Energiedichte. Flugzeit und Gesamtleistung hängen von Akku-Kapazität und Spannung ab; sichere Lagerung, Laden und Überwachung von Akkuniveaus sind kritisch für Flugbetrieb und Drohnensicherheit.
Annex B (SORA 2.5)
Annex B ist der Anhang der SORA-2.5-Methodik, der die zulässigen Mitigationen zur Senkung des Bodenrisikos definiert. Er legt fest, welche Verfahren (M1(A), M1(B), M1(C), M2) welche Reduktion der Ground Risk Class ermöglichen und welche Nachweise dafür erforderlich sind. Damit bildet er die rechtliche Grundlage für die Risikominderung im Genehmigungsverfahren nach SORA.
Annex F (SORA 2.5)
Annex F ist der Teil der SORA-2.5-Methodik, der die mathematischen Formeln zur quantitativen Berechnung der Ground Risk Class definiert. Er berücksichtigt unter anderem die kritische Fläche der Drohne, die exakte Bevölkerungsdichte des Einsatzgebiets sowie Geschwindigkeit und kinetische Energie. Damit löst Annex F die früheren qualitativen Schätzungen aus SORA 2.0 durch nachvollziehbare Berechnungen ab.
ARC (Air Risk Class)
ARC bewertet das Risiko für andere Luftfahrzeuge und Flugverkehr. SORA-Risikoanalysen klassifizieren ARC-Level; höhere ARC erfordern Luftraumfreigaben und BVLOS-Genehmigungen für sichere Drohneneinsätze neben regulärem Flugverkehr.
ArchiCAD
ArchiCAD ist eine professionelle BIM-Anwendung von Graphisoft für Architekten und Planer. Drohnenvermessungen können als Punktwolken importiert werden, um existing buildings zu dokumentieren und As-Built-Modelle zu erzeugen.
Artikel 12 (DVO (EU) 2019/947)
Artikel 12 der EU-Durchführungsverordnung 2019/947 regelt die Erteilung der Betriebsgenehmigung für Drohnenflüge in der speziellen Kategorie. Auf dieser Grundlage genehmigt die zuständige Behörde einen Einsatz, nachdem der Betreiber eine Risikobewertung (SORA oder PDRA) und ein Betriebshandbuch vorgelegt hat.
Artikel 13 (DVO (EU) 2019/947)
Artikel 13 der Durchführungsverordnung (EU) 2019/947 regelt die grenzüberschreitende Anerkennung von Betriebsgenehmigungen innerhalb der EU. Für einen Einsatz in einem anderen Mitgliedstaat benötigt der Betreiber eine Bestätigung der dortigen Behörde für den konkreten Betrieb am konkreten Ort, die zusätzlich vor Flugbeginn der heimischen Luftfahrtbehörde vorliegen muss. Er ergänzt damit Artikel 12, der die eigentliche Erteilung der Betriebsgenehmigung regelt.
As-Built-Dokumentation
Die As-Built-Dokumentation ist eine präzise und umfassende Erfassung eines Bauwerks oder einer Anlage, wie sie nach Fertigstellung tatsächlich existiert. Sie unterscheidet sich von den ursprünglichen Planungsunterlagen, indem sie alle Änderungen und Abweichungen während des Bauprozesses detailliert festhält. Moderne 3D-Digitalisierungstechnologien, insbesondere Laserscanning und Drohnenbefliegungen, revolutionieren diesen Prozess. Sie ermöglichen die schnelle Erfassung hochpräziser 3D-Daten in Form von Punktwolken, die millimetergenaue Informationen über Geometrie, Formen und Positionen liefern. Dies minimiert menschliche Fehler, spart Zeit und Kosten und verbessert die Zusammenarbeit zwischen Architekten, Ingenieuren und Bauleitern. Die so gewonnenen Daten sind essenziell für nachfolgende Planungen, Umbauten, Facility Management und die Erstellung von BIM-Modellen.
Aufstiegsgenehmigung
Aufstiegsgenehmigung ist die Freigabe von Behörden (z.B. Luftfahrtbehörde, Polizei, Naturschutz) für Drohnenflüge an einem spezifischen Ort. EU-Drohnenverordnung erfordert Genehmigungen für gewerbliche Flüge; LBA-Betriebsgenehmigungen oder Spezifisch-Operationen können Aufstiegsgenehmigungen ersetzen.
Autodesk Revit
Autodesk Revit ist eine marktführende BIM-Software für Architektur, Ingenieurwesen und Bauwesen. Drohnenvermessungsdaten werden über Scan-to-BIM-Verfahren oder LAS/LAZ-Import in Revit-Projekte integriert, um As-Built-Modelle und Bestandsdokumentationen zu erstellen.
Autonomer Flug
Beim autonomen Flug folgt die Drohne einem vorprogrammierten Flugplan ohne manuellen Eingriff des Piloten. GPS-Wegpunkte, Flughöhe und Kameraparameter werden vorab festgelegt. Autonome Flüge ermöglichen reproduzierbare, präzise Datenerfassungen und sind Voraussetzung für professionelle Vermessungs- und Inspektionseinsätze.
Autorotation
Autorotation bezeichnet bei Drehflüglern die Fähigkeit, auch bei Antriebsausfall kontrolliert zu sinken, indem der Fahrtwind die Rotorblätter weiterdreht und so Auftrieb erzeugt. Im Rahmen von SORA 2.5 gilt Autorotation als eine mögliche technische Umsetzung der Mitigation M2, da sie die Aufprallenergie und damit das Bodenrisiko reduziert. Die Wirksamkeit muss je nach angestrebter Robustheitsstufe durch Tests oder unabhängige Prüfung nachgewiesen werden.

Ä

Änderungsantrag (Betriebsgenehmigung)
Ein Änderungsantrag ist erforderlich, wenn sich die Rahmenbedingungen einer bereits erteilten Betriebsgenehmigung ändern, etwa ein neues Fluggebiet, ein anderes Fluggerät oder die Umstellung auf eine neue Risikobewertungsmethodik wie SORA 2.5. Er wird von der zuständigen Luftfahrtbehörde in derselben Reihenfolge bearbeitet wie Erstanträge und unterliegt damit ähnlichen Wartezeiten. Wird die Verlängerungsfrist einer Genehmigung versäumt, erlischt diese, und ein neuer Antrag gilt wieder als Erstantrag.

B

BAFA
BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) verwaltet Förderprogramme für Energieeffizienz und Sanierungen. Thermografische Gutachten und Sanierungsfahrpläne (iSFP) werden von BAFA anerkannt und sind Voraussetzung für BEG-Förderung bei Gebäudisanierungen in Deutschland.
Basisebene (Referenzebene)
Die Basisebene ist eine definierte Referenzfläche, gegen die bei der Volumenberechnung das Volumen zwischen tatsächlicher Geländeoberfläche und dieser Ebene ermittelt wird. Sie kann als lineare Annäherung, tiefster Punkt oder triangulierte Fläche festgelegt werden und beeinflusst maßgeblich die Genauigkeit der Volumenberechnung. Eine falsch gewählte Basisebene führt zu verfälschten Ergebnissen bei der Massenermittlung.
Baufortschritt-Monitoring
Baufortschritt-Monitoring (engl. Construction Progress Monitoring) bezeichnet die systematische Erfassung, Analyse und Dokumentation des aktuellen Zustands eines Bauprojekts im Vergleich zum geplanten Fortschritt. Mithilfe von Drohnen werden hochauflösende Luftbilder und Videodaten gesammelt, die anschließend durch 3D-Digitalisierung in präzise Modelle, Punktwolken oder Orthofotos umgewandelt werden. Diese digitalen Zwillinge der Baustelle ermöglichen eine detaillierte visuelle und metrische Überprüfung des Baufortschritts. Drohnen bieten dabei eine schnelle, kostengünstige und sichere Methode zur Datenerfassung, die eine kontinuierliche Überwachung und frühzeitige Erkennung von Abweichungen gewährleistet.
Baufortschrittsdokumentation
Die regelmäßige Drohnenbefliegung von Baustellen dokumentiert den Baufortschritt lückenlos. Orthophotos und 3D-Modelle in definierten Zeitabständen ermöglichen den Vergleich von Soll- und Ist-Zustand, die Mengenermittlung und die Kommunikation mit Bauherren und Behörden.
Beflegungsplan
Ein Beflegungsplan (Flugplan) legt die genaue Route, Flughöhe, Bildüberlappung und Kameraeinstellungen für einen Drohnenflug fest. Er wird vor dem Einsatz mit spezieller Software (z.B. DJI Pilot, Pix4Dcapture) erstellt und optimiert die Datenerfassung für maximale Qualität und Effizienz.
BEG (Bundesförderung effiziente Gebäude)
BEG ist das deutsche Förderprogramm der KfW und BAFA für energetische Gebäudesanierung nach GEG-Standards. Drohnen-Thermografie liefert Basis-Inspektionsdaten für iSFP-Erstellung und KfW-Förderanträge, um Zuschüsse für Modernisierungen zu sichern.
Bestandsaufnahme
Eine drohnengestützte Bestandsaufnahme erfasst den aktuellen Zustand von Gebäuden, Geländen oder Infrastruktur präzise und vollständig. Die Ergebnisse – Orthophotos, 3D-Modelle, Punktwolken – dienen als Grundlage für Planung, Sanierung und Dokumentation.
Betriebserklärung (Declaration)
Eine Betriebserklärung (englisch „Declaration“) ist die formelle Erklärung gegenüber dem Luftfahrt-Bundesamt, dass ein Einsatz alle Vorgaben eines Standardszenarios (STS) erfüllt. Sie ersetzt im Rahmen eines STS die aufwendige Einzelgenehmigung: Es genügen die Erklärung und ein passendes Betriebshandbuch, eine vollständige SORA ist nicht erforderlich.
Betriebsgenehmigung (LBA)
Das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) ist die zuständige Behörde für die Zulassung von Drohnen und die Erteilung von Betriebsgenehmigungen in Deutschland. Für Flüge in der Kategorie "spezifisch" ist eine SORA-Risikoanalyse und LBA-Genehmigung erforderlich.
Betriebshandbuch (Operations Manual, OM)
Das Betriebshandbuch (englisch „Operations Manual“, OM) ist das zentrale Dokument eines Drohnenbetriebs in der speziellen Kategorie. Es beschreibt den Betreiber und die Drohne, die Verfahren für Normalbetrieb, Abweichungen (Contingency) und Notfälle (Emergency), die Qualifikation des Personals sowie die Fluggebiete. In Deutschland orientiert sich der Aufbau an der Formulierungshilfe des Luftfahrt-Bundesamtes; den Nachweis der OSOs führt der Betreiber in der Compliance Matrix.
Betriebsvolumen (Operational Volume)
Das Betriebsvolumen (englisch „Operational Volume“) ist der Luftraum, den die Drohne nicht verlassen soll. Es setzt sich aus der Flight Geography (Normalbetrieb) und dem Contingency Volume (Abweichungen) zusammen. Außerhalb des Betriebsvolumens liegt der Ground Risk Buffer am Boden; dass die Drohne das Volumen einhält, wird über das Containment sichergestellt.
Bevölkerungsdichte (Population Density)
Die Bevölkerungsdichte (englisch „Population Density“) gibt an, wie viele Personen sich pro Fläche am Einsatzort aufhalten. In SORA 2.5 ist sie ein zentraler Rechenwert: Gemeinsam mit der kritischen Fläche der Drohne bestimmt sie das Bodenrisiko und die Ground Risk Class (GRC). Ein höheres Containment kann erlauben, höhere Dichteschwellen anzusetzen.
Beweissicherung
Systematische Dokumentation von Bauzuständen mit Zeitstempel und Georeferenz, die im Streitfall als objektiver Nachweis dient. Sie kommt insbesondere bei Auseinandersetzungen über Mängel, Bauverzögerungen oder Nachträge zum Einsatz und muss gerichtsfest nachvollziehbar sein. Drohnengestützte Baufortschrittsdokumentation liefert durch reproduzierbare Flugrouten und exakte Zeitangaben eine belastbare Grundlage für Gutachter und Gerichte.
BIM (Building Information Modeling)
BIM (Building Information Modeling) ist eine digitale Methode zur Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden. Ein BIM-Modell enthält nicht nur geometrische 3D-Daten, sondern auch Informationen zu Materialien, Kosten und Terminen. In der Denkmalpflege wird BIM eingesetzt um Bestandsgebäude präzise zu dokumentieren und Sanierungen zu planen.
Blitzschlagschaden
Blitzschlagschäden treten auf, wenn Blitzschutzrezeptoren ausfallen und Blitzenergie in Rotorblättern oder der Gondel eindringt. Drohnen-Inspektion mit Thermografie und hochauflösenden Kameras dokumentiert Schäden für Versicherungsansprüche und Reparaturplanung bei Windkraftanlagen.
Blitzschutzrezeptor
Der Blitzschutzrezeptor ist eine Schutzvorrichtung auf Rotorblättern und Gondeln von Windkraftanlagen, der Blitzeinschläge ableitet. Drohnen-Inspektionen überprüfen Integralität und Verschleiß dieser kritischen Komponenten, um Blitzschäden und Ausfallzeiten zu vermeiden.
Blue sUAS Program
Das Blue sUAS Program ist ein Zertifizierungsprogramm des US-Verteidigungsministeriums für kleine unbemannte Luftfahrzeuge (sUAS), die bestimmte Sicherheits- und Cybersicherheitsanforderungen erfüllen. Es entstand aus Bedenken gegenüber ausländischer Hardware, insbesondere chinesischer Herkunft, in sicherheitskritischen Anwendungen. Ziel ist es, US-Behörden und -Unternehmen vertrauenswürdige, domestisch geprüfte Drohnenmodelle zur Verfügung zu stellen.
BVLOS (Beyond Visual Line of Sight)
BVLOS (Beyond Visual Line of Sight) bezeichnet Drohnenflüge jenseits der Sichtweite des Piloten. Diese Flüge erfordern besondere Genehmigungen und technische Ausrüstung (z.B. Kollisionsvermeidung, Fernidentifikation). BVLOS-Flüge ermöglichen großflächige Inspektionen von Pipelines, Stromleitungen und Küstengebieten.
Bypass-Diode
Bypass-Dioden in PV-Modulen schützen gegen Verschattungsschäden, indem sie Stromkreise umleiten. Mit Elektrolumineszenz-Aufnahmen kann deren Funktion überprüft werden. Defekte Bypass-Dioden führen zu String-Fehlern und reduzierten Systemleistungen bei PV-Inspektionen.

C

C-Klassifizierung (C0–C6)
Die C-Klassifizierung (Klassen C0 bis C6) ist die EU-weite Produktkennzeichnung für Drohnen nach der Delegierten Verordnung (EU) 2019/945. Das C-Label legt fest, in welcher Kategorie und Unterkategorie eine Drohne eingesetzt werden darf. Für die EU-Standardszenarien STS sind C5- (STS-01) bzw. C6-Drohnen (STS-02) erforderlich; Drohnen ohne C-Klassifizierung lassen sich in der speziellen Kategorie über eine individuelle SORA weiter legal betreiben.
CAAT (Critical Area Assessment Tool)
Das Critical Area Assessment Tool ist ein von der EASA entwickeltes Berechnungswerkzeug, mit dem Betreiber die kritische Fläche ihrer Drohne anhand konkreter technischer Daten ermitteln können. Es dient dazu, im Rahmen von SORA 2.5 eine möglichst genaue, quantitative Ground Risk Class zu bestimmen, statt auf pauschale Annahmen zurückzugreifen. So können Betreiber unter Umständen eine niedrigere Risikoeinstufung erreichen.
CAD/BIM-Software
CAD (Computer-Aided Design) und BIM (Building Information Modeling)-Software sind digitale Werkzeuge zur Erstellung, Verwaltung und Analyse von Konstruktions- und Gebäudedaten. CAD-Software ermöglicht die präzise Erstellung von 2D-Zeichnungen und 3D-Modellen, während BIM-Software darüber hinaus intelligente, datenreiche Modelle von Bauwerken generiert, die alle relevanten Informationen über den gesamten Lebenszyklus eines Projekts integrieren. Im Kontext der Drohnen- und 3D-Digitalisierung dienen diese Programme dazu, aus den von Drohnen erfassten Punktwolken und Bilddaten detaillierte 3D-Modelle und digitale Zwillinge zu erstellen. Sie ermöglichen die Umwandlung von realen Geometrien in digitale Formate, die für Planung, Analyse und Dokumentation in Architektur, Ingenieurwesen und Bauwesen unerlässlich sind.
CAFM-Systeme
CAFM-Systeme (Computer-Aided Facility Management Systeme) sind spezialisierte Softwarelösungen, die das Management von Gebäuden, Anlagen und Infrastrukturen digital unterstützen. Sie dienen der Planung, Steuerung und Überwachung sämtlicher Facility-Management-Prozesse, von der Instandhaltung über die Raumverwaltung bis hin zur Energieoptimierung. Durch die zentrale Erfassung und Verwaltung von Gebäudedaten ermöglichen CAFM-Systeme eine effiziente Ressourcenallokation und Kostenkontrolle. Besonders relevant ist die Integration von 3D-Digitalisierungsdaten, wie sie durch Drohnenbefliegungen oder 3D-Laserscans gewonnen werden. Diese Daten bilden die Grundlage für präzise Bestandsaufnahmen, detaillierte Planungen und eine vorausschauende Instandhaltung über den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie.
Cloud-Verarbeitung
Bei der Cloud-Verarbeitung werden Drohnendaten (Bilder, LiDAR-Daten) auf leistungsstarken Servern in der Cloud verarbeitet statt auf lokalen Computern. Dies ermöglicht die Verarbeitung großer Datensätze ohne leistungsstarke Hardware vor Ort und erleichtert die Zusammenarbeit und den Datenaustausch.
CloudCompare
CloudCompare ist eine kostenlose, quelloffene Software für die Verarbeitung und Analyse von 3D-Punktwolken. Sie ermöglicht Registrierung, Abweichungsanalyse und Segmentierung von LAS/LAZ-Daten und ist essentiell für Qualitätskontrolle und Langzeit-Monitoring.
Coldspot (PV)
Ein Coldspot ist eine thermische Anomalie auf einem Solarmodul, die im Wärmebild als auffällig kühlere Zone im Vergleich zur Umgebung erscheint. Ursachen können inaktive Zellbereiche, fehlerhafte Verschaltungen oder abgeschattete Module sein, die keinen Strom erzeugen und sich dadurch nicht erwärmen. Coldspots werden ebenso wie Hotspots mittels radiometrischer Thermografie per Drohne erkannt und dienen als Indikator für Modulausfälle.
Compliance Matrix
Die Compliance Matrix ist eine tabellarische Nachweisübersicht, die jedem im SORA-Verfahren geforderten Sicherheitsziel (OSO) die konkrete Maßnahme und den Beleg im Betriebshandbuch zuordnet. Sie zeigt der Behörde lückenlos, wie und an welcher Stelle die geforderte Robustheit erfüllt wird, und beschleunigt so die Prüfung des Antrags.
Comprehensive Safety Portfolio (CSP)
Die Comprehensive Safety Portfolio ist die vollständige Sicherheitsdokumentation, die ein Drohnenbetreiber im zweiten Schritt des SORA-2.5-Genehmigungsprozesses bei der Behörde einreicht. Sie enthält detaillierte Nachweise zur Erfüllung aller Operational Safety Objectives sowie Vereinbarungen mit externen Dienstleistern. Die CSP folgt auf eine vorgelagerte, schlankere Risikobeurteilung und soll unnötige Nacharbeit vermeiden.
Computer Vision (Drohnen)
Computer Vision bezeichnet die Fähigkeit eines Systems, mithilfe von Kameras und Algorithmen die Umgebung visuell zu erfassen und zu interpretieren. Bei autonomen Drohnen ermöglicht diese Technologie die Hinderniserkennung, das Verfolgen von Objekten und die eigenständige Navigation ohne manuellen Eingriff. Sie bildet zusammen mit künstlicher Intelligenz die technische Basis für den Autonomen Flug und ergänzt Systeme wie Obstacle Avoidance (Hinderniserkennung).
ConOps (Concept of Operations)
ConOps ist ein Sicherheitskonzept für Drohneneinsätze, das Operationsdetails, Risikomaßnahmen und Notfallverfahren beschreibt. SORA-Analysen und Spezifisch-Genehmigungen erfordern detaillierte ConOps für Flüge über Menschen oder in risikoreichen Umgebungen wie Windkraftanlagen.
Containment (Eindämmung)
Containment (Eindämmung) bezeichnet im SORA-Verfahren die Fähigkeit eines Drohnensystems, das Betriebsvolumen und das angrenzende Gebiet nicht zu verlassen. Je nach geforderter Stufe (etwa „medium“ oder höher) müssen technische Maßnahmen wie Geo-Caging oder ein Flugabbruchsystem nachgewiesen werden. Erhöhtes Containment kann erlauben, höhere Bevölkerungsdichteschwellen am Boden anzusetzen, und wird über ein Means of Compliance belegt.
Contingency-Verfahren (Abweichungsverfahren)
Contingency-Verfahren sind die geplanten Reaktionen auf Abweichungen vom Normalbetrieb, die noch nicht zum Notfall geworden sind, etwa wenn die Drohne die Flight Geography verlässt und in das Contingency Volume gerät. Ziel ist es, die Lage zu stabilisieren und sicher in den Normalbetrieb zurückzukehren oder kontrolliert zu landen. Eskaliert die Situation weiter, greift der Notfallplan (ERP).
Controlled Ground Area (Kontrollierter Bodenbereich)
Ein Controlled Ground Area (kontrollierter Bodenbereich) ist eine Fläche am Boden, auf der der Betreiber sicherstellt, dass sich keine unbeteiligten Personen aufhalten. Da dort niemand gefährdet wird, senkt ein kontrollierter Bodenbereich die Ground Risk Class (GRC) und ist Voraussetzung für Standardszenarien wie STS-01 und STS-02.
Crashworthiness (Absturzsicherheit)
Crashworthiness bezeichnet die konstruktive Eigenschaft eines unbemannten Luftfahrzeugs, im Falle eines Absturzes die Auswirkungen auf Personen und Sachwerte am Boden zu minimieren. In SORA 2.5 sind die Anforderungen an diese Eigenschaft verschärft worden und stehen in engem Zusammenhang mit Flugabbruchsystemen und der Robustheit der Sicherheitsmaßnahmen. Sie ist Teil des Nachweises, dass ein Betreiber die geforderten Operational Safety Objectives erfüllt.
CV (Contingency Volume)
CV steht für „Contingency Volume“ (Kontingenzvolumen). Es ist der Luftraum, der die Flight Geography umgibt und Abweichungen vom geplanten Flugweg auffängt, bevor Gegenmaßnahmen greifen. Flight Geography und Contingency Volume bilden zusammen das Betriebsvolumen; daran schließt sich der Ground Risk Buffer an. In Deutschland werden CV und GRB mit dem Volumenplaner der Plattform dipul berechnet.

D

Dachgutachten
Ein Dachgutachten ist ein begründetes, fachliches Urteil eines qualifizierten Sachverständigen (Dachgutachter) über den Zustand, die Schadensursachen und erforderliche Maßnahmen an einem Dach. Das Gutachten dient der technischen Klärung von Fragestellungen rund um Dächer, Flachdächer und Gebäudehüllen und stellt eine strukturierte, rechtlich verwertbare Dokumentation dar. Dachgutachten werden häufig für Versicherungsansprüche, Kaufentscheidungen oder Sanierungsplanungen benötigt.
Dachinspektion
Dachinspektion ist die systematische, visuelle und technische Überprüfung eines Daches zur Erfassung und Bewertung des Zustands. Sie dient der frühzeitigen Erkennung von Schäden, Verschleißerscheinungen und Mängeln sowie der Planung von Wartungs- und Reparaturmaßnahmen. Moderne Dachinspektion wird häufig mit Drohnen und hochauflösenden Kamerasystemen durchgeführt, um Sicherheitsrisiken zu minimieren und präzise Dokumentation zu ermöglichen.
Dachprüfung
Die Dachprüfung ist eine technische Inspektion, bei der das Dach gründlich auf Schäden, Lecks, Risse, Verschleißerscheinungen und strukturelle Mängel untersucht wird. Sie ist ein Synonym für Dachinspektion und wird sowohl präventiv zur Wartung als auch bei Schadensfall durchgeführt. Die Dachprüfung kann manuell durch Begehung oder berührungslos mittels Drohne und Wärmebildtechnik erfolgen.
Deformationsanalyse
Die Deformationsanalyse untersucht Veränderungen der Form oder Lage eines Bauwerks über die Zeit, etwa durch Setzungen, Verformungen oder statische Bewegungen. Grundlage sind wiederholte hochpräzise 3D-Erfassungen, deren 3D-Punktwolken im Zeitreihen-Vergleich ausgewertet werden. Sie ist besonders im Denkmalschutz und bei der Überwachung historischer Fassaden von Bedeutung, um Schäden frühzeitig zu erkennen.
Delamination
Delamination ist die Ablösung von Schichten in PV-Modulen, die zu Feuchtigkeitseinlass und Zellkorrosion führt. Thermografische Aufnahmen zeigen Delaminationen als Bereiche mit veränderten Wärmeeigenschaften; dies beeinträchtigt Modullebensdauer und Effizienz erheblich.
Dense Point Cloud
Die Dense Point Cloud ist eine hochaufgelöste 3D-Punktwolke mit Millionen von Datenpunkten, die aus der zunächst groben Sparse Point Cloud berechnet wird. Sie bildet die Grundlage für die Erstellung eines Mesh und damit für präzise Volumenberechnungen per Drohne. Je nach gewählter Qualitätsstufe und Rechenleistung kann die Berechnung Minuten bis Stunden dauern.
DGM (Digitales Geländemodell)
Ein Digitales Geländemodell (DGM) stellt die Erdoberfläche ohne Vegetation und Bebauung dar. Es wird aus LiDAR-Daten oder Photogrammetrie-Punktwolken berechnet und dient der Geländeanalyse, Hochwassermodellierung und Planung von Infrastrukturprojekten.
Dichteband (Population Density Band)
Ein Dichteband ist eine Stufe in der standardisierten Skala der Bevölkerungsdichte, die SORA zur Bestimmung von Risikoklassen verwendet. Eine Reduktion um ein Dichteband entspricht ungefähr einer Verringerung der gefährdeten Personendichte um den Faktor zehn. Bei der Mitigation M1(B) ist die Anzahl der gesenkten Dichtebänder maßgeblich dafür, wie viele Punkte der Ground Risk Class gutgeschrieben werden.
Digitaler Zwilling
Ein Digitaler Zwilling ist ein präzises digitales Abbild eines realen Objekts, Gebäudes oder Geländes. Er wird kontinuierlich mit aktuellen Daten gespeist und ermöglicht Simulationen, Analysen und Planungen ohne am realen Objekt eingreifen zu müssen. In der Infrastruktur- und Gebäudeüberwachung werden Digitale Zwillinge aus Drohnendaten erstellt.
dipul (Digitale Plattform Unbemannte Luftfahrt)
dipul steht für „Digitale Plattform Unbemannte Luftfahrt“. Sie wird von der DFS Deutsche Flugsicherung im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums betrieben und bündelt unter dipul.de zentral alle Regeln für den Drohnenbetrieb in Deutschland. Ein Kartentool weist die geografischen Gebiete (Geozonen) nach § 21h LuftVO aus; mit dem Volumenplaner lassen sich der Betriebsraum einzeichnen sowie Contingency Volume und Ground Risk Buffer berechnen und als KML-Datei herunterladen.
DJI Terra
DJI Terra ist eine spezialisierte Softwareplattform von DJI für die Verarbeitung von Drohnenvermessungsdaten mit integrierter Photogrammetrie und LiDAR-Verarbeitung. Die Software erzeugt 3D-Modelle, Orthofotografien und Höhenmodelle mit hoher Effizienz für Vermessungsprojekte.
DOM (Digitales Oberflächenmodell)
Ein Digitales Oberflächenmodell (DOM) erfasst die Erdoberfläche inklusive aller darauf befindlichen Objekte wie Gebäude, Bäume und Brücken. Im Gegensatz zum DGM enthält das DOM alle sichtbaren Strukturen und wird für Stadtplanung, Sichtbarkeitsanalysen und Volumenberechnungen genutzt.
Drainageplanung
Drainageplanung basiert auf hochaufgelösten Geländemodellen mit Höhenlinien und Fließrichtungsanalysen. Drohnenvermessungen liefern die Grunddaten für die Planung von Entwässerungssystemen in Landwirtschaft, Bergbau und Infrastruktur mit hoher Genauigkeit.
Drohne (UAV)
Eine Drohne (UAV – Unmanned Aerial Vehicle) ist ein unbemanntes Luftfahrzeug, das ferngesteuert oder autonom fliegt. Im professionellen Einsatz werden Drohnen für Vermessung, Inspektion, Fotografie, Thermografie und viele weitere Anwendungen eingesetzt. AerIQ setzt ausschließlich professionelle, zertifizierte Drohnensysteme ein.
Drohnenbefliegung
Drohnenbefliegung ist der systematische, planmäßige Einsatz einer unbemannten Luftfahrzeug (Drohne/UAV) zur Erfassung von Luftbildern und Messdaten über ein definiertes Gebiet oder Objekt. Die Befliegung erfolgt nach einer detaillierten Befliegungsplanung und wird gesteuert durch einen geschulten Piloten. Drohnenbefliegungen werden für Vermessung, Inspektion, Kartierung und Dokumentation eingesetzt und ermöglichen hochauflösende Datenerfassung aus Vogelperspektive.
Drohnendienstleister
Ein professioneller Drohnendienstleister bietet gewerbliche Drohnendienstleistungen an – von Vermessung und Kartierung über Inspektion und Thermografie bis hin zu Luftbildfotografie und Kulturerbe-Digitalisierung. Professionelle Anbieter verfügen über zertifizierte Piloten, zugelassene Drohnensysteme und Haftpflichtversicherung.
Drohnenvermessung
Drohnenvermessung ist die hochgenaue Erfassung von Gelände, Gebäuden und Objekten mittels Photogrammetrie, LiDAR und GPS. 3D-Modelle, Orthofoto und Höhenmodelle sind Produkte; Anwendung in Bauwesen, Landwirtschaft, Infrastruktur und Kulturerbe.
DroneDeploy
DroneDeploy ist eine cloudbasierte Plattform für Drohnenvermessung, Datenverarbeitung und Datenmanagement. Sie bietet automatisierte Befliegungsplanung, Orthomosiakbildung und Echtzeit-Datenverarbeitung für Vermessungs-, Bau- und Landwirtschaftsprojekte mit hoher Genauigkeit.
Drückinstinkt
Der Drückinstinkt ist ein angeborenes Schutzverhalten junger Rehkitze, bei dem sich das Tier bei Gefahr regungslos und flach auf den Boden drückt, statt zu flüchten. In Kombination mit der natürlichen Tarnung schützt dieses Verhalten vor Fressfeinden, wird jedoch bei der Mahd mit landwirtschaftlichen Maschinen zur tödlichen Gefahr. Drohnen mit Wärmebildkamera können solche versteckten Tiere trotz Tarnung sicher aufspüren.
DXF/DWG (CAD-Formate)
DXF und DWG sind Dateiformate für CAD-Anwendungen, die zur Weitergabe von Vermessungsergebnissen an Planer und Architekten verwendet werden. Diese Formate ermöglichen die Überführung von Drohnenvermessungsdaten in professionelle Planungsprozesse und sind kompatibel mit BIM-Workflows.

E

EASA (European Union Aviation Safety Agency)
EASA steht für „European Union Aviation Safety Agency“ (Europäische Agentur für Flugsicherheit). Sie erarbeitet die gemeinsamen Luftfahrtregeln der EU und überführt das von JARUS entwickelte SORA-Verfahren in den europäischen Rechtsrahmen. Mit der ED Decision 2025/018/R hat die EASA SORA 2.5 als anerkanntes Nachweisverfahren zur EU-Drohnenverordnung 2019/947 eingeführt; es gilt seit dem 29. September 2025.
Elektrolumineszenz (EL)
Elektrolumineszenz ist eine Messtechnik, die Mikrorisse, Defekte und Bypass-Dioden-Fehler in PV-Zellen sichtbar macht. Mit speziellen Kameras werden EL-Bilder unter Stromfluss aufgenommen; die Methode ist essentiell für hochgenaue PV-Inspektionen zur Qualitätssicherung.
Energieausweis
Der Energieausweis dokumentiert die Energieeffizienz von Gebäuden nach GEG-Standards. Drohnen-basierte Thermografie liefert Daten zu Wärmeverlusten und U-Werten, die in Energieausweisen dokumentiert werden und für Immobilienbewertung und Förderanträge erforderlich sind.
Erosionsanalyse
Erosionsanalyse nutzt Zeitreihen-Vergleiche von Höhenmodellen und Punktwolken zur Dokumentation von Bodenerosion, Uferverlauf oder Hangrutschungen. Langzeit-Monitoring durch regelmäßige Drohnenflüge zeigt Erosionsprozesse und ist wichtig für Gewässerschutz und Infrastruktursicherung.
ERP (Emergency Response Plan)
ERP steht für „Emergency Response Plan“ (Notfallplan). Er legt fest, wie die Crew bei Notfällen wie Kontrollverlust, Fly-Away oder Absturz reagiert, wen sie informiert und wie Schäden begrenzt werden. In SORA 2.5 ist der Notfallplan über OSO #01 für jede Operation verpflichtend und damit kein optionaler Baustein mehr. Er ergänzt die Contingency-Verfahren für den Fall, dass diese nicht mehr greifen.
ESC (Electronic Speed Controller)
Ein ESC ist ein elektronischer Drehzahlregler, der die Ansteuerung bürstenloser Elektromotoren einer Drohne übernimmt. Er setzt die Steuerbefehle des Flugcontrollers innerhalb von Millisekunden in präzise Motordrehzahlen um. Ohne ESCs wäre die für Multicopter nötige Stabilisierung in Echtzeit nicht möglich.
EU-Drohnenverordnung
Die EU-Drohnenverordnung (Durchführungsverordnung EU 2019/947) regelt den Betrieb von unbemannten Luftfahrzeugen in Europa. Sie teilt Drohnen in drei Kategorien ein: offen (A1-A3), spezifisch und zulassungspflichtig. Seit Januar 2021 gilt sie verbindlich in allen EU-Mitgliedstaaten.
EU-Drohnenverordnung (UAS-Verordnung)
Die UAS-Verordnung (Unmanned Aircraft Systems) ist die europäische Regelung für den Drohnenbetrieb. Sie definiert Anforderungen an Registrierung, Kompetenznachweis und Betriebsgenehmigungen. Gewerbliche Drohnenpiloten benötigen je nach Einsatz einen EU-Kompetenznachweis (A1/A3 oder A2).
EU-Kompetenznachweis (A1/A3, A2)
Der EU-Kompetenznachweis ist ein Drohnenführerschein gemäß EU-Drohnenverordnung. A1/A3-Kenntnisse für kleine Drohnen in offener Kategorie; A2-Qualifizierung für erweiterte Operationen mit erhöhtem Risiko; Nachweis ist Voraussetzung für professionelle Betriebsgenehmigungen.

F

Facility Management
Facility Management (FM) ist eine integrierte Managementdisziplin, die darauf abzielt, die Funktionalität, Sicherheit und Effizienz von Gebäuden und Infrastrukturen über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg zu gewährleisten. Es umfasst die Planung, Steuerung und Kontrolle aller sekundären Prozesse, von der Instandhaltung und Reinigung bis hin zur Energieverwaltung und Raumplanung. Im Kontext der Drohnen- und 3D-Digitalisierung gewinnt FM erheblich an Effizienz: Drohnen ermöglichen schnelle, sichere und kostengünstige Inspektionen schwer zugänglicher Bereiche wie Dächer oder Fassaden. Diese Daten können mittels 3D-Digitalisierung in detaillierte Modelle (z.B. digitale Zwillinge) überführt werden, die eine präzise Zustandsanalyse und vorausschauende Wartung ermöglichen.
Fail-Safe
Fail-Safe ist ein Sicherheitsmechanismus, der Drohnen bei Systemausfall automatisch landen oder zur Heimatbasis zurückkehren lässt. Flugcontroller überwachen Akkuladung, Signalverlust und Systemstabilität; Fail-Safe ist essentiell für sichere BVLOS-Operationen.
Falschfarbendarstellung
Die Falschfarbendarstellung ist eine Visualisierungsmethode, bei der Temperaturunterschiede eines Wärmebildes in unterschiedlichen Farben statt in Graustufen dargestellt werden. Kalte Bereiche erscheinen dabei typischerweise blau oder violett, warme Bereiche rot oder weiß. Diese Darstellung erleichtert es Piloten und Auswertern, Temperaturkontraste wie versteckte Lebewesen im Gras schnell und eindeutig zu erkennen.
FastFlight (beschleunigtes Verfahren)
FastFlight ist ein seit Dezember 2025 vom Luftfahrt-Bundesamt angebotenes beschleunigtes Genehmigungsverfahren für risikoarme Drohneneinsätze in Sichtweite (VLOS) bis maximal SAIL II. Ein kombiniertes Antragsformular bündelt Antrag und Risikoanalyse, das Betriebshandbuch muss dabei nicht vorab zur Prüfung eingereicht werden. Anträge laufen in einer eigenen Warteschlange und werden dadurch deutlich schneller bearbeitet als klassische Erstanträge, das Ergebnis ist eine vollwertige, zwei Jahre gültige Betriebsgenehmigung.
Fernidentifikation (Remote ID)
Remote ID ist eine von der EU-Drohnenverordnung geforderte Technologie, die Drohnen eindeutig im Flug identifiziert. EU-Drohnenverordnung und LBA-Betriebsgenehmigungen erfordern Remote-ID-Funktionalität für Netzwerk-Broadcast oder Direktanbindung an Behörden.
Feuchtigkeitsanalyse
Feuchtigkeitsanalyse identifiziert Wasserschäden und Feuchtigkeitsquellen an Gebäuden mittels Thermografie. Feuchte Bereiche zeigen charakteristische Wärmemuster; Drohnen-Inspektionen erkennen Schimmel- und Feuchteriskozonen für Sanierungsplanung und Schadenskartierung an Dachflächen und Fassaden.
First Person View (FPV)
FPV-Drohnen bieten eine Echtzeit-Videofeedperspektive des Piloten durch Echtzeit-Bildübertragung. FPV-Drohnen ermöglichen agile, manuelle Flugoperationen für Inspektionen in komplexen Strukturen und sind essentiell für kreative Luftaufnahmen; Geofencing und Sense & Avoid erhöhen Sicherheit.
First Return / Last Return (LiDAR)
Bezeichnung für die unterschiedlichen Reflexionssignale eines Laserpulses bei einer LiDAR-Messung. Der First Return stammt vom obersten Objekt, etwa einer Baumkrone, während der Last Return häufig den tatsächlichen Boden darunter repräsentiert. Durch die Auswertung beider Signale kann Vegetation von der eigentlichen Geländeoberfläche unterschieden werden, was die Erstellung präziser digitaler Geländemodelle (DGM) auch in bewachsenem Gelände ermöglicht.
Fixed-Lösung (RTK)
Zustand eines RTK-Empfängers, bei dem die Mehrdeutigkeit der Trägerphasenwellenzählung eindeutig aufgelöst wurde. Erst mit einer stabilen Fixed-Lösung erreicht die Positionsbestimmung die für Vermessungszwecke nötige Genauigkeit von wenigen Zentimetern. Ohne diesen Zustand liefert der Empfänger nur eine ungenauere Float-Lösung mit deutlich größerer Positionsabweichung. Die Fixed-Lösung ist damit Voraussetzung für zentimetergenaue RTK-Messungen bei der Drohnenbefliegung.
Flächendrohne / Fixed-Wing UAV
Eine Flächendrohne (Fixed-Wing UAV) hat feste Tragflächen wie ein Flugzeug. Sie ist effizienter als Multikopter bei großen Flächen (>50 ha), hat aber keine Schwebeflug-Fähigkeit. Flächendrohnen werden für großflächige Kartierungen, Landwirtschaft und Forstwirtschaft eingesetzt.
Flight Geography (Fluggeografie)
Die Flight Geography (Fluggeografie) ist der Luftraum, in dem die geplante Drohnenoperation im Normalbetrieb stattfindet. Sie ist der innerste Bereich des Betriebsraums und wird im SORA-Verfahren nach außen durch das Contingency Volume und den Ground Risk Buffer ergänzt. Zusammen mit dem Contingency Volume bildet sie das Betriebsvolumen.
Flugcontroller
Der Flugcontroller ist die zentrale Steuerungseinheit einer Drohne, die Sensoren, Motor und Servos koordiniert. IMU-Sensorik stabilisiert den Flug; GNSS-Integration ermöglicht präzise Navigation; Fail-Safe-Logik schützt vor Verlusten bei autonomen Flügen.
Flugverbotszonen
Flugverbotszonen sind Lufträume, in denen der Drohnenbetrieb verboten oder eingeschränkt ist – z.B. rund um Flughäfen, über Menschenansammlungen, Naturschutzgebieten oder militärischen Anlagen. In Deutschland können aktuelle Verbotszonen über die App "DFS Aviation Services" abgerufen werden.
Flugzeit / Endurance
Die Flugzeit (Endurance) gibt an, wie lange eine Drohne mit einer Akkuladung fliegen kann. Professionelle Multikopter erreichen typisch 25–45 Minuten, Flächendrohnen bis zu 90 Minuten. Die tatsächliche Flugzeit hängt von Nutzlast, Wind und Temperatur ab.
Forstinventur
Die drohnengestützte Forstinventur erfasst Baumhöhen, Kronendurchmesser und Bestandsdichte präzise und flächendeckend. LiDAR-Drohnen können auch unter dem Kronendach einzelne Bäume erfassen. Die Daten ermöglichen eine effiziente Waldbewirtschaftung und Schadenserfassung nach Sturm oder Borkenkäferbefall.
Frangibilität
Frangibilität bezeichnet die Eigenschaft eines Fluggeräts oder seiner Bauteile, bei einem Aufprall gezielt zu brechen und dadurch die Aufprallenergie zu reduzieren. Sie ist eine der von Annex B der SORA 2.5 genannten Ausprägungen der Mitigation M2 zur Verringerung der Aufprallwirkung. Brechende Strukturen senken damit die Letalität eines unkontrollierten Absturzes und tragen zur Absenkung der Ground Risk Class bei.
FTS / Fallschirm (Flugabbruchsystem)
FTS steht für „Flight Termination System“ (Flugabbruchsystem). Es beendet den Flug im Notfall kontrolliert, häufig über ein Fallschirm-Rettungssystem, das die Drohne sicher zu Boden bringt. Im SORA-Verfahren wirkt ein solches System als M2-Risikominderung, weil es die Aufprallenergie und damit das Bodenrisiko senkt, und kann zugleich zum Nachweis des Containments beitragen.

G

GCP (Ground Control Point)
Ground Control Points (GCPs) sind markierte Bodenpunkte mit bekannten GPS-Koordinaten, die bei der photogrammetrischen Auswertung als Referenzpunkte dienen. Sie verbessern die absolute Lagegenauigkeit von Drohnenvermessungen auf wenige Zentimeter. GCPs werden mit GNSS-Empfängern eingemessen.
Gebäude-Digitalisierung
Die Gebäude-Digitalisierung bezeichnet den Prozess der Erfassung, Modellierung und Verwaltung von Gebäudedaten in digitaler Form. Dies umfasst die Umwandlung physischer Gebäudeinformationen in digitale Modelle, wie beispielsweise 3D-Modelle oder digitale Zwillinge. Moderne Verfahren nutzen hierfür oft Drohnen, die mit hochauflösenden Kameras oder Laserscannern ausgestattet sind. Durch Photogrammetrie oder Laserscanning werden präzise Punktwolken und Bilddaten generiert, die anschließend in spezialisierter Software zu detaillierten 3D-Modellen verarbeitet werden. Diese digitalen Repräsentationen dienen Architekten, Ingenieuren und Bauleitern zur effizienteren Planung, Bauüberwachung, Bestandsdokumentation und dem Facility Management.
GEG (Gebäudeenergiegesetz)
Das GEG ist das deutsche Gesetz für Energieeffizienz von Gebäuden und regelt Neubauten, Sanierungen und Betrieb. Thermografische Inspektionen dienen dem Energieausweis und der Sanierungsfahrplan-Erstellung für Compliance und Förderanspruch nach BEG.
Geländemodell (DEM/DTM)
Ein Geländemodell (DEM – Digital Elevation Model, DTM – Digital Terrain Model) ist eine digitale Darstellung der Erdoberfläche mit Höheninformationen. Es wird für Geländeanalysen, Entwässerungsplanung, Sichtbarkeitsanalysen und die Planung von Infrastrukturprojekten genutzt.
Geofencing
Geofencing ist eine Softwarefunktion, die Drohnen automatisch stoppt oder umleidet, wenn sie sich Flugverbotszonen nähern. Flugverbotszonen und Luftraumfreigaben werden durch Geofencing durchgesetzt und erhöhen die Sicherheit und EU-Konformität von bemannten Flügen.
Georeferenzierung
Georeferenzierung ist der Prozess, bei dem Bilddaten oder 3D-Modelle mit realen Koordinaten verknüpft werden. Georeferenzierte Drohnendaten können in GIS-Systemen mit anderen Geodaten kombiniert und für Vermessungen genutzt werden. Die Genauigkeit hängt von der GPS-Qualität und der Verwendung von GCPs ab.
GeoTIFF
GeoTIFF ist ein georeferenziertes Bildformat, das geografische Metadaten direkt in der Datei speichert. Orthofotografien und DOM-Daten werden häufig im GeoTIFF-Format bereitgestellt, um nahtlose Integration in GIS-Anwendungen zu ermöglichen.
Geozone (Geografisches Gebiet, § 21h LuftVO)
Eine Geozone (geografisches Gebiet) ist ein räumlich abgegrenzter Bereich mit besonderen Auflagen oder Verboten für den Drohnenbetrieb, in Deutschland festgelegt nach § 21h LuftVO. Dazu zählen etwa Flugplätze, Naturschutzflächen oder Verkehrswege; ein Flug dort kann eine Zustimmung des jeweils Zuständigen oder eine Betriebsgenehmigung erfordern. Welche Geozonen ein geplanter Flug berührt, lässt sich über die Plattform dipul prüfen.
Gimbal
Ein Gimbal ist eine kardanische Aufhängung für Kameras und Sensoren an Drohnen. Er gleicht Erschütterungen und Lageänderungen der Drohne aus und sorgt so für stabile, verwacklungsfreie Aufnahmen. Professionelle Gimbals stabilisieren auf 3 Achsen (Neigen, Rollen, Schwenken).
GIS (Geoinformationssystem)
Ein GIS (Geoinformationssystem) ist ein System zur Erfassung, Verwaltung, Analyse und Darstellung räumlicher Daten. Drohnendaten wie Orthophotos, Punktwolken und Geländemodelle werden in GIS-Systemen (z.B. QGIS, ArcGIS) weiterverarbeitet und mit anderen Geodaten kombiniert.
GNSS (Global Navigation Satellite System)
GNSS ist der Oberbegriff für globale Satellitennavigationssysteme wie GPS (USA), GLONASS (Russland), Galileo (EU) und BeiDou (China). Moderne Drohnen und Vermessungsgeräte nutzen mehrere GNSS-Systeme gleichzeitig für höhere Genauigkeit und Zuverlässigkeit.
Gondel (Nacelle)
Die Gondel ist das Maschinenhaus einer Windkraftanlage, das Generator, Wechselrichter und Steuerungssysteme enthält. Drohnen ermöglichen sichere Inspektionen der Gondel ohne Aufstieg, zur Überprüfung von Verschleiß, Undichtigkeiten und Korrosionsschäden.
GPS-Rover
Ein GPS-Rover ist ein mobiler Satellitenempfänger, mit dem Vermesser einzelne Geländepunkte direkt vor Ort einmessen. In Kombination mit einer Referenzstation oder einem Korrekturdienst wie SAPOS erreicht der Rover zentimeter- bis millimetergenaue Positionen. Er zählt neben Tachymeter und Nivellier zu den klassischen Werkzeugen der terrestrischen Vermessung.
GRB (Ground Risk Buffer)
GRB steht für „Ground Risk Buffer“ (Bodenrisikopuffer). Es ist die Sicherheitszone am Boden rund um das Betriebsvolumen, die den Bereich abdeckt, in dem die Drohne im Fehlerfall noch aufschlagen könnte. Seine Größe hängt von Flughöhe, Geschwindigkeit, Wind und vorhandenen Rückfallsystemen wie einem Fallschirm ab und wird in Deutschland über den Volumenplaner von dipul ermittelt.
GRC (Ground Risk Class)
GRC bewertet das Risiko für Personen und Objekte am Boden. Die SORA-Methodik klassifiziert Risiken (GRC1-3); höhere GRC erfordern mehr Sicherheitsmaßnahmen und Spezifisch-Genehmigungen für Drohneneinsätze.
GSD (Ground Sampling Distance)
GSD (Ground Sampling Distance) gibt an, wie groß ein Pixel in einem Drohnenbild in der Realität ist. Ein GSD von 2 cm bedeutet, dass jedes Pixel 2×2 cm der Erdoberfläche entspricht. Je kleiner der GSD, desto höher die Auflösung. Der GSD hängt von Flughöhe, Kameraauflösung und Brennweite ab.

H

Haldenvermessung
Haldenvermessung ist die regelmäßige hochpräzise Erfassung von Lager- und Deponiebestände mittels Drohnen und LiDAR oder Photogrammetrie. Sie ermöglicht genaue Volumenberechnungen, Massenbilanzierung und Bestandsaufnahmen ohne Bodenbegehung und ist essentiell für Rohstoff-, Energie- und Entsorgungswirtschaft.
Handlungsempfehlung
Handlungsempfehlungen sind Instandhaltungs- oder Reparaturmaßnahmen, die in Inspektionsberichten basierend auf Schadensanalyse aufgelistet werden. Priorisierung nach Dringlichkeit und Kosten-Nutzen hilft Eigentümern bei Budgetierung und Planung von Sanierungen nach Zustandsbewertungen.
Höhenlinien
Höhenlinien (Isolinien) verbinden Punkte gleicher Höhe in Höhenmodellen und bilden die Basis für Geländeanalysen. Sie werden aus Geländemodellen generiert und dienen zur Visualisierung von Topografie, Erosion und Wasserlauf-Planung.
Hotspot-Analyse (PV)
Bei der thermografischen Inspektion von Photovoltaikanlagen werden Hotspots – überhitzte Solarzellen oder Module – identifiziert. Hotspots entstehen durch Zelldefekte, Verschattung oder Verschmutzung und reduzieren den Ertrag. Drohnengestützte Thermografie ermöglicht die schnelle Inspektion großer PV-Anlagen.

I

IEC 62446 (Norm)
IEC 62446 ist die internationale Norm für Prüfung von PV-Anlagen. Sie definiert Prüfverfahren, Inspektionsintervalle und Dokumentation; Thermografie und EL-Messungen sind wichtige Prüfmethoden für PV-Inspektionen zur Einhaltung von Sicherheit und Leistungsstandards.
IFC (Industry Foundation Classes)
IFC ist ein offenes, herstellerunabhängiges Datenformat für BIM-Modelle. Drohnenvermessungsdaten werden häufig über IFC-Datenstrukturen mit Scan-to-BIM-Prozessen in BIM-Systeme integriert, wodurch Informationen über Geometrie, Materialien und Baueigenschaften zentral verwaltbar werden.
iGRC (intrinsische Ground Risk Class)
Die iGRC ist der Ausgangswert der Ground Risk Class, bevor Mitigationen angewendet werden. Seit SORA 2.5 wird sie nicht mehr grob geschätzt, sondern quantitativ aus der kritischen Fläche des Fluggeräts und der Bevölkerungsdichte im Einsatzgebiet berechnet. Sie bildet die Grundlage für Schritt 3 der SORA-Methodik, in dem die finale GRC durch Risikominderungen bestimmt wird.
IMU (Inertial Measurement Unit)
Eine IMU (Inertiale Messeinheit) misst Beschleunigungen und Drehbewegungen in allen drei Raumachsen. In Drohnen sorgt die IMU für stabile Fluglage und präzise Positionsbestimmung. Hochwertige IMUs ermöglichen auch bei GPS-Ausfall eine zuverlässige Lagebestimmung.
Inspektion (drohnengestützt)
Drohnengestützte Inspektionen ersetzen gefährliche und teure Kletterarbeiten, Gerüste und Hubsteiger bei der Überprüfung von Gebäuden, Brücken, Windkraftanlagen und Industrieanlagen. Hochauflösende Kameras und Thermografiesensoren liefern detaillierte Schadensdokumentationen aus sicherer Distanz.
Inspektionsbericht
Ein Inspektionsbericht dokumentiert Befunde, Fotos, Schadenskartierungen und Handlungsempfehlungen aus Drohnen-Inspektionen. Berichte enthalten Zustandsbewertungen, georeferenzierte Bilder und CAD-Markierungen für Architekten, Facility-Manager und Eigentümer.

J

JARUS (Joint Authorities for Rulemaking on Unmanned Systems)
JARUS ist ein internationaler Zusammenschluss von Experten nationaler Luftfahrtbehörden, der gemeinsame Regelwerke für unbemannte Luftfahrtsysteme entwickelt. Die Organisation hat die SORA-Methodik erarbeitet, die von der EASA als anerkanntes Konformitätsmittel übernommen wurde. Ziel von JARUS ist die weltweite Harmonisierung von Sicherheitsstandards für Drohnenbetrieb.

K

Käfigdrohne
Eine Käfigdrohne hat ein stabiles Schutzgerüst um die Propeller, um Kollisionen zu vermeiden und robuste Operationen in engen Räumen zu ermöglichen. Obstacle Avoidance-Systeme verbessern die Sicherheit; Käfigdrohnen eignen sich für Inneninspektion und Rettungsszenarien mit Sense & Avoid-Technologie.
Katastervermessung
Die Katastervermessung dient der amtlichen Feststellung von Grundstücksgrenzen und wird nach gesetzlich vorgeschriebenen Genauigkeitsanforderungen im Millimeterbereich durchgeführt. Sie erfolgt durch öffentlich bestellte Vermessungsingenieure mit Tachymeter oder GNSS-Empfänger und besitzt Rechtsverbindlichkeit. Für diesen Anwendungsfall ist die Drohnenvermessung aufgrund geringerer amtlicher Genauigkeit nicht geeignet.
Kategorie Offen (Open Category)
Die Die Kategorie Offen umfasst Drohnenflüge unter EU-Drohnenverordnung mit minimalen Anforderungen (kleine Drohnen, Sichtflug, begrenzte Entfernung). Keine individuelle Genehmigung nötig, aber EU-Kompetenznachweis A1/A3 erforderlich für häufige kommerziellen Einsätze.
Kategorie Spezifisch (Specific Category)
Die Die Kategorie Spezifisch erfordert ConOps-Genehmigung für Flüge mit erhöhtem Risiko (z.B. BVLOS, über Menschen). SORA-Risikoanalyse und LBA-Genehmigung sind erforderlich für professionelle Drohnenoperationen im erweiterten Risikospektrum.
KfW-Förderung
Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) vergibt Förderdarlehen und Zuschüsse für Gebäudesanierung und Effizienzmaßnahmen über BEG-Programme. Drohnen-Inspektionen mit Thermografie liefern Nachweise für Sanierungsfahrpläne und ermöglichen Förderansprüche für energetische Modernisierungen.
Kollisionsprüfung (BIM)
Die Kollisionsprüfung, im Englischen auch als Clash Detection bekannt, ist ein fundamentaler Prozess im Building Information Modeling (BIM). Sie dient der systematischen Erkennung und Behebung von geometrischen Überschneidungen oder funktionalen Konflikten zwischen den Fachmodellen verschiedener Disziplinen, wie Architektur, Tragwerksplanung und technischer Gebäudeausrüstung. Man unterscheidet zwischen harten Kollisionen (physische Überschneidungen), weichen Kollisionen (Nichteinhaltung von Toleranzen) und Workflow-Kollisionen (zeitliche Konflikte). Aus Drohnendaten erzeugte 3D-Modelle (z.B. im Scan-to-BIM-Prozess) können mit Planungsmodellen abgeglichen werden, um Abweichungen frühzeitig zu erkennen und kostspielige Nacharbeiten zu minimieren.
Korrosionsinspektion
Korrosionsinspektion überwacht Metallkomponenten auf Rost und Korrosion mittels Drohnen mit hochauflösenden Kameras und Thermografie. Anwendungen sind Windkraftanlagen, Brücken, Pipelines und industrielle Anlagen; Langzeit-Monitoring zeigt Korrosionsprozesse für vorausschauende Wartung.
Kritische Fläche (Critical Area)
Die kritische Fläche (englisch „Critical Area“) ist die Bodenfläche, die ein abstürzendes Drohnensystem mit gefährlicher Energie treffen würde. SORA 2.5 berechnet sie aus Abmessung, Gewicht und Geschwindigkeit der Drohne. Zusammen mit der Bevölkerungsdichte am Einsatzort bestimmt sie das Bodenrisiko und damit die Ground Risk Class (GRC).
Kulturerbe-Digitalisierung
Kulturerbe-Digitalisierung bezeichnet die präzise digitale Erfassung historischer Gebäude, Denkmäler und archäologischer Stätten mittels Drohnentechnologie und Photogrammetrie. Das Ergebnis sind hochauflösende 3D-Modelle und Punktwolken, die für Restaurierung, Forschung und virtuelle Präsentation genutzt werden.

L

Landesluftfahrtbehörde
Die Landesluftfahrtbehörde ist die für die Luftfahrt zuständige Behörde eines Bundeslandes, in vielen Ländern beim Regierungspräsidium angesiedelt. Je nach Bundesland ist sie statt des Luftfahrt-Bundesamtes für die Erteilung der Betriebsgenehmigung in der speziellen Kategorie und für die Zustimmung zu bestimmten Geozonen zuständig.
Längsprofil / Querprofil
Längs- und Querprofile sind Schnittdarstellungen durch Geländemodelle, die für Infrastrukturplanung (Straßen, Kanäle, Deiche) essentiell sind. Diese topografischen Schnitte werden aus hochgenauen LiDAR- oder Photogrammetrie-Vermessungen generiert und zeigen Höhenverläufe und Neigungen.
Langzeit-Monitoring
Langzeit-Monitoring ist die systematische, wiederholte Überwachung von Strukturen über Monate oder Jahre hinweg. Zeitreihen-Vergleiche von Punktwolken und Bildern zeigen Degradation, Schäden oder Strukturveränderungen; essentiell für Infrastruktur-, Immobilien- und Vermögensmanagement.
LAS/LAZ (Punktwolken-Formate)
LAS und LAZ sind standardisierte Dateiformate für die Speicherung von 3D-Punktwolken aus LiDAR-Messungen. LAZ ist das komprimierte Format und reduziert Dateigröße um bis zu 90%, während LAS das unkomprimierte Standard-Format darstellt und von den meisten GIS-Anwendungen unterstützt wird.
LBA (Luftfahrt-Bundesamt)
LBA steht für „Luftfahrt-Bundesamt“, die nationale Luftfahrtbehörde Deutschlands mit Sitz in Braunschweig. Es ist für die Drohnenregistrierung, für Genehmigungen in der speziellen Kategorie sowie für das LUC zuständig und stellt eine Formulierungshilfe für das Betriebshandbuch bereit. Je nach Bundesland kann auch die Landesluftfahrtbehörde zuständig sein.
Leckageortung
Leckageortung ist das Verfahren zur Lokalisierung und Identifizierung von Undichtheiten und Feuchtigkeitsquellen in Gebäuden, Rohrsystemen oder Konstruktionen. Sie erfolgt berührungslos und zerstörungsfrei mittels Thermografie (Wärmebildkamera), Akustik oder Tracergas. Besonders bei Dachschäden und versteckten Wasserschäden ermöglicht die Leckageortung mit Drohnen und Wärmebild die genaue Lokalisierung der Schadenstelle, ohne dass das Gebäude beschädigt wird.
LiDAR
LiDAR (Light Detection and Ranging) ist ein aktives Fernerkundungsverfahren, bei dem Laserpulse ausgesendet und die Laufzeit des reflektierten Lichts gemessen wird. So entstehen hochpräzise 3D-Punktwolken auch durch Vegetation hindurch. LiDAR-Drohnen werden in der Forstwirtschaft, Geländevermessung und Infrastrukturinspektion eingesetzt.
LUC (Light UAS Operator Certificate)
LUC steht für „Light UAS Operator Certificate“ (Betreiberzertifikat für leichte unbemannte Luftfahrzeugsysteme) nach Artikel 5 und Teil C der EU-Verordnung 2019/947. Es ist eine freiwillige Organisationszulassung: Die Luftfahrtbehörde bescheinigt, dass ein Betreiber das Risiko seiner Einsätze selbst beurteilen kann. Je nach nachgewiesener Reife kann das LUC Privilegien bis hin zur Selbstgenehmigung eigener Operationen verleihen, ohne dass für jeden Einsatz eine Betriebsgenehmigung beantragt werden muss.
Luftraumfreigabe
Luftraumfreigabe ist die Genehmigung von Behörden für Drohneneinsätze in kontrollierten oder eingeschränkten Lufträumen (Flugverkehrszonen). ARC-Bewertung und BVLOS-Operationen erfordern häufig Luftraumfreigaben von Flugsicherung; Flugverbotszonen automatisch umgehen per Geofencing.

M

M1-Mitigationskategorien (M1A/M1B/M1C)
Die Bodenrisikomitigation M1 wird in SORA 2.5 in drei Unterkategorien gegliedert: M1A (Sheltering, Schutz durch Strukturen oder Fahrzeuge), M1B (Operational Restrictions, Begrenzung auf kontrollierte Bodenbereiche) und M1C (Ground Observation, Einsatz von Bodenbeobachtern). Diese Aufteilung schafft Klarheit gegenüber der früheren, oft missverständlichen Handhabung in SORA 2.0. Jede Kategorie kann zur Absenkung der Ground Risk Class beitragen.
Mähtod
Als Mähtod wird das tödliche Verunglücken von Wildtieren, insbesondere Rehkitzen, durch landwirtschaftliche Mähmaschinen bezeichnet. Ursache ist der angeborene Drückinstinkt der Jungtiere, die sich bei Gefahr flach ins Gras drücken statt zu flüchten. Drohnengestützte Wärmebildsuche vor der Mahd gilt als wirksamste Methode, um dieses Risiko zu vermeiden.
Manuelles Aufmaß
Das manuelle Aufmaß bezeichnet die klassische Gebäudevermessung mit Maßband, Laser-Distanzmesser und Notizblock. Diese Methode ist zeitaufwendig, fehleranfällig und stößt bei komplexen Geometrien oder schwer zugänglichen Bereichen wie Dächern und Fassaden an ihre Grenzen. Im Vergleich zur drohnengestützten Photogrammetrie oder LiDAR-Erfassung liefert es meist unvollständige und weniger präzise Datengrundlagen.
Massenermittlung
Die Massenermittlung bezeichnet die präzise Berechnung von Erdmassen, Schüttgutmengen oder Aushubvolumen auf Baustellen, in Kieswerken und bei Geländearbeiten. Mit Drohnen-Photogrammetrie lassen sich digitale Geländemodelle (DGM) erstellen, aus denen Volumenberechnungen mit einer Genauigkeit von ±1–3 % möglich sind – deutlich schneller und kostengünstiger als klassische Vermessungsmethoden. AerIQ führt Massenermittlungen für Baustellen, Deponien und Rohstoffabbau in Kassel und ganz Nordhessen durch. Mehr zur Geländeanalyse & Volumenberechnung mit Drohnen
Mehrwegeffekt (Multipath)
Der Mehrwegeffekt bezeichnet eine Störquelle bei der Satellitennavigation, bei der Signale von Gebäuden oder anderen Oberflächen reflektiert werden und den Empfänger zusätzlich zum direkten Signal erreichen. Dies verfälscht die berechnete Laufzeit und damit die Positionsbestimmung über GNSS. In der Nähe von Gebäuden oder in urbanen Umgebungen kann der Effekt die Genauigkeit spürbar verschlechtern.
MEMS-Sensor (Micro-Electro-Mechanical Systems)
Ein MEMS-Sensor ist ein winziges mikroelektromechanisches Bauteil, das Bewegung, Beschleunigung oder Rotation misst. Solche Sensoren stammen ursprünglich aus der Smartphone-Industrie und wurden durch Massenproduktion stark verbilligt. In Drohnen bilden sie zusammen mit der IMU (Inertial Measurement Unit) die Grundlage für Flugstabilisierung und präzise Manöver.
Mesh (3D-Gitter)
Ein Mesh ist ein aus Dreiecken oder Polygonen bestehendes 3D-Gittermodell, das die Oberflächengeometrie von Objekten darstellt. Es wird aus Photogrammetrie oder LiDAR-Daten generiert und bildet die Basis für realistische 3D-Modelle und Visualisierungen.
Mikrorisse (PV)
Mikrorisse sind haarfeine Risse in PV-Zellen, die Leistung reduzieren und zu späteren Ausfällen führen können. Sie werden durch Elektrolumineszenz-Aufnahmen und hochauflösende Thermografien erkannt und sind wichtig für Qualitätskontrolle und Gewährleistungsdokumentation bei PV-Anlagen.
MOC (Means of Compliance)
MOC steht für „Means of Compliance“ (Nachweismittel). Ein MOC ist ein von der EASA anerkanntes Verfahren, mit dem ein Betreiber oder Hersteller belegt, dass eine bestimmte Anforderung des SORA-Prozesses erfüllt ist. Beispiele sind die EASA-MOC für das Containment (MOC 2511) oder für die M2-Risikominderung durch ein Rückfallsystem (MOC 2512).
MTOM (Maximum Take-Off Mass)
MTOM steht für „Maximum Take-Off Mass“ (maximale Startmasse). Sie gibt das höchstzulässige Abfluggewicht der Drohne inklusive Akku und Nutzlast an. Die MTOM ist ein wichtiger Eingangswert für die Einordnung in offene oder spezielle Kategorie und fließt über Masse und Geschwindigkeit in die Berechnung der kritischen Fläche ein.
Multi-View Stereo (MVS)
Multi-View Stereo ist ein Verfahren, das nach der groben Rekonstruktion durch Photogrammetrische Triangulation bzw. Structure from Motion eingesetzt wird, um aus mehreren überlappenden Bildern eine dichte, hochaufgelöste 3D-Punktwolke zu berechnen. Es analysiert Pixelinformationen aus verschiedenen Blickwinkeln, um Oberflächendetails präzise zu rekonstruieren. MVS ist ein zentraler Schritt der photogrammetrischen Verarbeitungskette in Software wie Agisoft Metashape oder Pix4D.
Multikopter
Ein Multikopter ist ein UAV mit mehreren Rotoren. Quadrokopter (4 Rotoren), Hexakopter (6 Rotoren) und Oktokopter (8 Rotoren) sind die häufigsten Bauformen. Mehr Rotoren bedeuten höhere Nutzlastkapazität und Redundanz bei Motorausfall. Multikopter sind besonders für Inspektionen und Nahbereichsaufnahmen geeignet.
Multispektralkamera
Eine Multispektralkamera erfasst Bilder in mehreren Wellenlängenbereichen jenseits des sichtbaren Lichts, z.B. Nahinfrarot (NIR). In der Landwirtschaft und Forstwirtschaft werden Multispektralaufnahmen genutzt um den Gesundheitszustand von Pflanzen zu beurteilen (NDVI-Index) und Stressfaktoren frühzeitig zu erkennen.

N

NAA (National Aviation Authority)
NAA steht für „National Aviation Authority“ (nationale Luftfahrtbehörde). Gemeint ist die Behörde eines EU-Mitgliedstaates, die für Genehmigungen und Aufsicht im Drohnenbetrieb zuständig ist. In Deutschland sind das je nach Zuständigkeit das Luftfahrt-Bundesamt oder die Landesluftfahrtbehörde; sie prüft Anträge und erteilt unter anderem das LUC.
NDVI (Normalized Difference Vegetation Index)
Der NDVI (Normalized Difference Vegetation Index) ist ein Maß für die Vitalität und Dichte von Vegetation. Er wird aus dem Verhältnis von Nahinfrarot- und Rotlicht-Reflexion berechnet. Werte nahe +1 zeigen dichte, gesunde Vegetation; Werte nahe 0 oder negativ zeigen kahle Flächen oder Wasserflächen. Drohnen mit Multispektralkameras liefern flächendeckende NDVI-Karten.
Nemetschek Allplan
Nemetschek Allplan ist eine integrierte BIM-Planungssoftware mit hohem Fokus auf Bauausführung und Kostenmanagement. Drohnen-Vermessungsdaten lassen sich als Punktwolken einbinden, um Baufortschritt und As-Built-Daten zu dokumentieren.
Nennleistung (PV)
Die Nennleistung bezeichnet die vom Hersteller angegebene maximale elektrische Leistung eines Solarmoduls oder einer PV-Anlage unter genormten Testbedingungen (STC). Sie dient als Referenzwert, um tatsächliche Ertragsverluste durch Defekte, Verschmutzung oder Alterung zu quantifizieren. Abweichungen von der Nennleistung im laufenden Betrieb weisen auf technische Probleme wie Hotspots, PID oder String-Fehler hin.
Nivellier
Ein Nivellier ist ein optisches Vermessungsinstrument zur präzisen Bestimmung von Höhenunterschieden zwischen Messpunkten. Es wird klassisch bei der Baustellenvermessung eingesetzt, etwa zur Kontrolle von Höhenbolzen oder zur Ermittlung von Gefällen. Im Gegensatz zur Drohnenvermessung liefert das Nivellier punktuelle, aber millimetergenaue Einzelmesswerte.
Nordhessen (Einsatzgebiet)
Nordhessen ist das Einsatzgebiet der AerIQ mit Schwerpunkt Kassel und Umland. Drohnenservices werden für Vermessung, Thermografie, Inspektion und Dokumentation in dieser Region angeboten; lokale Expertise und schnelle Einsatzfähigkeit sind Vorteile für Kunden in Nordhessen.
Nutzlast (Payload)
Die Nutzlast einer Drohne bezeichnet das maximale Gewicht, das sie zusätzlich zu ihrer eigenen Masse tragen kann – also Kameras, Sensoren oder andere Ausrüstung. Eine höhere Nutzlast ermöglicht den Einsatz schwererer und leistungsfähigerer Sensoren wie LiDAR-Scanner oder Multispektralkameras.

O

OBJ (3D-Dateiformat)
OBJ ist ein weit verbreitetes Dateiformat zur Speicherung von texturierten 3D-Modellen, das Geometrie, Oberflächen und Materialinformationen enthält. Es wird häufig als Lieferformat für 3D-Modelle aus der Photogrammetrie genutzt und lässt sich in zahlreiche CAD-, BIM- und Visualisierungsprogramme importieren. Im Vergleich zu Punktwolkenformaten wie LAS oder LAZ enthält OBJ vernetzte Flächen (Mesh) statt einzelner Messpunkte.
Obstacle Avoidance (Hinderniserkennung)
Obstacle Avoidance ist ein Sensorsystem, das Drohnen automatisch vor Kollisionen mit Hindernissen schützt. Sense & Avoid-Technologien nutzen Kameras, Lidar oder Radar zur Echtzeit-Hinderniserkennung und ermöglichen sichere Flüge in komplexen Umgebungen wie Baustellen oder Waldgebieten.
Occurrence Reporting (Ereignismeldung)
Occurrence Reporting (Ereignismeldung) bezeichnet die verpflichtende Meldung sicherheitsrelevanter Ereignisse wie Störungen, Beinahezusammenstöße oder Unfälle an die zuständige Behörde. Es ist fester Bestandteil des Betriebshandbuchs und dient dazu, aus Vorkommnissen zu lernen und die Sicherheit des Drohnenbetriebs fortlaufend zu verbessern.
Orthofoto / Orthophoto
Ein Orthofoto ist ein geometrisch entzerrtes Luftbild, bei dem perspektivische Verzerrungen und Geländeunterschiede rechnerisch korrigiert wurden. Es hat einen einheitlichen Maßstab und kann wie eine Karte für Vermessungen genutzt werden. Orthofotos entstehen aus Drohnenbildern mittels Photogrammetrie-Software.
OSO (Operational Safety Objective)
OSO steht für „Operational Safety Objective“ (operationelles Sicherheitsziel). OSOs sind die im SORA-Verfahren festgelegten Sicherheitsziele, die ein Drohnenbetreiber nachweisen muss, um Boden- und Luftrisiken zu beherrschen. SORA 2.5 kennt 17 OSOs (zuvor 24); je nach SAIL-Stufe sind sie in unterschiedlicher Robustheit (Low, Medium, High) zu erbringen. OSO #01 verlangt für jede Operation einen Notfallplan (ERP).

P

PDRA (Predefined Risk Assessment)
PDRA steht für „Predefined Risk Assessment“ (vordefinierte Risikobewertung). Die EASA hat für typische Einsatzmuster die Risikobewertung bereits durchgeführt und als anerkanntes Nachweisverfahren zu Artikel 11 der EU-Verordnung 2019/947 veröffentlicht. Wer in den Rahmen einer PDRA passt, spart gegenüber einer individuellen SORA viel Aufwand, weil Risiken und Auflagen vorgegeben sind. Neben europäischen PDRAs sind auch nationale PDRAs möglich.
Photogrammetrie
Photogrammetrie ist ein Messverfahren, bei dem aus einer Vielzahl überlappender Fotos präzise 3D-Modelle, Punktwolken und Orthophotos berechnet werden. Eine Drohne fotografiert das Objekt aus verschiedenen Winkeln; spezielle Software (z.B. Agisoft Metashape, Pix4D) rekonstruiert daraus die dreidimensionale Geometrie. Genauigkeiten bis in den Zentimeterbereich sind möglich.
Photogrammetrische Triangulation
Die photogrammetrische Triangulation ist ein grundlegendes Verfahren in der 3D-Digitalisierung, das die präzise Bestimmung der räumlichen Position von Objekten und der Kamerapositionen ermöglicht. Sie basiert auf dem Prinzip, identische Punkte in mehreren überlappenden Bildern zu identifizieren. Durch die Messung der Winkel von mindestens zwei verschiedenen Kamerapositionen zu einem gemeinsamen Punkt kann dessen dreidimensionale Koordinate berechnet werden. Drohnen spielen hierbei eine entscheidende Rolle, da sie effizient eine Vielzahl von überlappenden Luftbildern aus verschiedenen Perspektiven aufnehmen können. Diese Bilder werden von spezieller Software analysiert, um Millionen von Punkten zu triangulieren und daraus hochgenaue 3D-Modelle, Orthofotos oder Punktwolken zu generieren.
PID (Potential Induced Degradation)
PID ist ein Degradationsprozess in Solarmodulen, der durch hohe Spannungen zwischen Zellen und Rahmen ausgelöst wird. Thermografie-Inspektionen zeigen PID-Schäden als Hotspots und Effizienzstörungen; EL-Messungen bestätigen die Zellschädigung für Gewährleistungsansprüche.
PID-Regelung
Die PID-Regelung ist ein regelungstechnisches Verfahren, mit dem der Flugcontroller einer Drohne mehrfach pro Sekunde den Soll- mit dem Istzustand vergleicht und Abweichungen über die Motordrehzahlen ausgleicht. Sie basiert auf proportionalem, integralem und differenziellem Regelanteil und ermöglicht die schnelle Stabilisierung bei Windböen. Diese Regelgeschwindigkeit unterscheidet moderne Drohnen deutlich von älteren Modellhubschraubern.
Pix4D
Pix4D ist eine führende Drohnen-Software-Suite für Photogrammetrie und Kartierung. Sie umfasst Flugplanungs-Apps (Pix4Dcapture) und Desktop-Software zur Verarbeitung von Drohnenbildern zu Orthophotos, 3D-Modellen und Punktwolken. Pix4D wird besonders in der Vermessung und Landwirtschaft eingesetzt.
Pix4Dcapture
Pix4Dcapture ist eine mobile App für die Verwaltung automatisierter Drohnenflüge mit integriertem Flugplanmanagement. In Kombination mit Pix4D Desktop ermöglicht es hochgenaue photogrammetrische Datenverarbeitung für 3D-Modelle und Vermessungsprojekte weltweit.
PPK (Post-Processing Kinematic)
PPK (Post-Processing Kinematic) ist ein GNSS-Verfahren, bei dem Korrekturdaten nach dem Flug auf die aufgezeichneten GPS-Rohdaten angewendet werden. PPK liefert ähnliche Genauigkeiten wie RTK, ist aber unabhängig von einer Echtzeit-Datenverbindung und daher in abgelegenen Gebieten vorteilhaft.
Präzisionslandwirtschaft
Präzisionslandwirtschaft (Precision Agriculture) nutzt Drohnendaten – NDVI-Karten, Multispektralaufnahmen – um Pflanzengesundheit, Bewässerungsbedarf und Düngemitteleinsatz standortgenau zu steuern. Ziel ist die Optimierung von Erträgen bei gleichzeitiger Reduzierung von Betriebsmitteln und Umweltbelastung.
Propeller
Propeller sind die rotierenden Blätter, die Schub für Drohnenflug erzeugen. Unterschiedliche Propellerdesigns (Größe, Material, Pitch) beeinflussen Flugzeit, Manöverabilität und Nutzlast-Tragfähigkeit; regelmäßige Inspektion auf Beschädigungen ist essentiell für sichere Drohnen-Operationen.
Punktwolken-Verarbeitung
Die Verarbeitung von 3D-Punktwolken umfasst Filterung, Klassifizierung, Segmentierung und Analyse der Millionen von Messpunkten. Spezialsoftware wie CloudCompare, LAStools oder Autodesk ReCap wird genutzt um aus Rohdaten nutzbare Geländemodelle, BIM-Modelle und Vermessungsprodukte zu erstellen.
PV-Inspektion (Photovoltaik)
Die drohnengestützte PV-Inspektion nutzt Thermografiekameras um Defekte in Solarmodulen schnell und flächendeckend zu erkennen. Hotspots, Bypassdiodenfehler und Modulbrüche werden berührungslos identifiziert. Eine Drohne kann in wenigen Stunden Anlagen inspizieren, für die Techniker Tage benötigen würden.

Q

Qualitätskontrolle
Qualitätskontrolle überprüft Drohnendatenqualität durch Validierung von GSD, Überlappung und geometrischer Genauigkeit. Soll-Ist-Vergleiche und Abweichungsanalysen prüfen Datenqualität zur Gewährleistung von Vorgaben bei Vermessungs- und Inspektionsprojekten.

R

Radiometrische Thermografie
Die radiometrische Thermografie ist ein Verfahren, bei dem eine Thermografiekamera nicht nur ein visuelles Wärmebild erzeugt, sondern jedem Pixel einen exakten, quantitativen Temperaturwert zuordnet. Diese präzisen Messdaten ermöglichen es, thermische Anomalien wie Hotspots objektiv zu klassifizieren und in ihrer Schwere zu bewerten. Im Gegensatz zur einfachen Wärmebildaufnahme liefert sie damit belastbare Diagnosegrundlagen für die PV-Inspektion.
Rasterflug
Ein Rasterflug ist ein systematisches, GPS-gesteuertes Flugmuster, bei dem eine Drohne eine Fläche in parallelen, sich überlappenden Bahnen abfliegt, um eine lückenlose Datenerfassung zu gewährleisten. Diese Methode wird typischerweise bei der PV-Inspektion und der Drohnenvermessung eingesetzt, um große Flächen effizient und vollständig zu erfassen. Die exakte Bahnplanung stellt sicher, dass keine Bereiche der Anlage übersehen werden.
Regenerosion (Leading Edge Erosion)
Regenerosion ist der Verschleiß der führenden Kanten von Rotorblättern durch Regen und Hagel, der die Aerodynamik beeinträchtigt. Drohnen-basierte Schadenskartierung mit hochauflösenden Bildern dokumentiert Erosionsmuster und ermöglicht rechtzeitige Instandhaltungs- oder Repowering-Entscheidungen.
Registrierung (Punktwolken)
Die Registrierung von Punktwolken ist ein fundamentaler Prozess in der 3D-Digitalisierung, bei dem mehrere einzelne 3D-Scans oder Punktwolken zu einem einzigen, kohärenten und präzisen Datensatz zusammengeführt werden. Dies ist notwendig, da große Objekte oder Bereiche oft nicht mit einem einzigen Scan vollständig erfasst werden können. Der Prozess beinhaltet das Auffinden gemeinsamer Referenzpunkte oder die Anwendung von Algorithmen, um die überlappenden Bereiche der Punktwolken exakt zueinander auszurichten. Die Punktwolkenregistrierung gewährleistet die geometrische Konsistenz und Präzision der Modelle, die für Anwendungen in Architektur, Ingenieurwesen und Bauwesen sowie für BIM- und CAD-Workflows unerlässlich sind.
Repowering
Repowering ist die Modernisierung oder der Austausch von älteren Windkraftanlagen durch neue, effizientere Modelle. Drohnen-Inspektionen und Langzeit-Monitoring liefern Verschleiß- und Leistungsdaten, die Repowering-Entscheidungen unterstützen, um Energieerzeugung und Rentabilität zu optimieren.
Return to Home (RTH)
Return to Home ist eine Drohnen-Funktion, die automatisch zur Startposition zurückkehrt, wenn der Signalkontakt verloren geht oder der Akku kritisch wird. GNSS-Navigation und Flugcontroller ermöglichen RTH; Fail-Safe-Integration ist essentiell für Betriebssicherheit.
RGB-Kamera
Eine RGB-Kamera erfasst Bilder in den drei Farbkanälen Rot, Grün und Blau – entsprechend dem menschlichen Sehen. An Drohnen montierte RGB-Kameras mit hoher Auflösung (20–61 Megapixel) werden für Photogrammetrie, Luftbildfotografie und visuelle Inspektionen eingesetzt.
Risikominderung (Mitigation M1/M2)
Risikominderungsmaßnahmen (englisch „Mitigations“) senken im SORA-Verfahren das Bodenrisiko und damit die Ground Risk Class (GRC). M1 umfasst strategische Maßnahmen, die die Zahl der gefährdeten Personen am Boden reduzieren (in den Stufen M1A, M1B und M1C); M2 reduziert die Folgen eines Aufpralls, etwa durch ein Fallschirmsystem. Der jeweils erreichte Effekt muss in der geforderten Robustheit nachgewiesen werden.
Robustheit (Integrity & Assurance)
Die Robustheit beschreibt im SORA-Verfahren, wie zuverlässig eine Sicherheitsmaßnahme bzw. ein OSO wirkt. Sie setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: der Integrity (wie wirksam die Maßnahme tatsächlich ist) und der Assurance (mit welchem Nachweis dies belegt wird). Es gibt die Stufen Low, Medium und High; welche Stufe je OSO erforderlich ist, gibt die SAIL-Tabelle (JARUS Main Body, Table 14) vor.
Rotorblatt
Das Rotorblatt ist ein aerodynamisch geformtes, längliches Element einer Windkraftanlage, das Windenergie in Rotation umwandelt. Regelmäßige Inspektionen erkennen Erosion, Risse und Blitzschäden zur Sicherung der Anlagenintegrität und Leistung.
Rotorblattinspektion
Rotorblattinspektion ist die systematische Überwachung von Rotorblättern auf Verschleiß, Erosion und Beschädigungen mittels Drohne und hochauflösender Kameras. Thermografische Aufnahmen erkennen innere Schäden; regelmäßige Inspektionen verlängern die Lebensdauer von Windenergieanlagen.
Rotorredundanz
Bezeichnet die Fähigkeit eines Multicopters, den Ausfall einzelner Motoren durch verbleibende Rotoren auszugleichen und weiterhin kontrolliert zu fliegen. Hexacopter und Octocopter mit sechs oder acht Rotoren verfügen über diese Eigenschaft, während ein Quadrocopter beim Ausfall eines Motors nicht mehr kontrolliert landen kann. Rotorredundanz wird vor allem bei schweren Nutzlasten und sicherheitskritischen Einsätzen eingesetzt, etwa in Verbindung mit einem Fail-Safe-System.
RPIC (Remote Pilot in Command)
RPIC steht für „Remote Pilot in Command“ (verantwortlicher Fernpilot). Das ist die Person, die während des Einsatzes die Drohne führt und für die sichere Durchführung verantwortlich ist, von der Vorflugkontrolle über die Einhaltung des Betriebsvolumens bis zum Auslösen von Notfallmaßnahmen. Der RPIC benötigt die für den Einsatz passende Qualifikation, etwa den EU-Kompetenznachweis.
RTK (Real-Time Kinematic)
RTK (Real-Time Kinematic) ist ein GPS-Verfahren, das durch Korrektursignale einer Basisstation Positionsgenauigkeiten von 1–3 cm in Echtzeit erreicht. RTK-fähige Drohnen können ohne Bodenkontrollpunkte (GCPs) hochpräzise Vermessungen durchführen.

S

Sackflug (Deep Stall)
Der Sackflug ist ein Flugmanöver, bei dem ein Fluggerät gezielt in einen überzogenen Zustand gebracht wird, um Sinkgeschwindigkeit zu reduzieren und den Aufprallwinkel zu versteilen. Im Kontext von SORA 2.5 zählt das gezielte Abfangen in den Sackflug als eine der anerkannten Umsetzungen der Mitigation M2 zur Verringerung der Aufprallenergie. Dadurch sinkt die Letalität eines unkontrollierten Absturzes.
SAIL (Specific Assurance Integrity Level)
SAIL steht für „Specific Assurance and Integrity Level" (spezifisches Sicherheits- und Integritätsniveau). Es ist die zentrale Kennzahl des SORA-Verfahrens und ergibt sich aus der Kombination von Bodenrisiko (GRC) und Luftrisiko (ARC). Es gibt sechs Stufen von SAIL I bis SAIL VI: Je höher das SAIL, desto robuster müssen die nachzuweisenden Sicherheitsziele (OSO) ausfallen. Das SAIL bestimmt damit, wie aufwendig der Nachweis für eine Genehmigung in der speziellen Kategorie ist.
Sanierungsfahrplan (iSFP)
Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein von BAFA anerkanntes Energiekonzept für schrittweise Gebäudesanierung. Thermografische Analysen und Bestandsaufnahmen per Drohne bilden die Basis für iSFP-Erstellung und ermöglichen BEG-Förderansprüche mit erhöhten Zuschusssätzen.
SAPOS
SAPOS (Satellitenpositionierungsdienst der deutschen Landesvermessung) ist ein staatlicher Referenzstationsdienst, der Echtzeit-Korrekturdaten für satellitengestützte Positionsbestimmung bereitstellt. Drohnen und Vermessungsgeräte nutzen diese Daten im Rahmen der RTK-Technologie, um ohne eigene Basisstation eine zentimetergenaue Positionierung zu erreichen. Der Dienst wird in Deutschland von den Vermessungsverwaltungen der Länder betrieben.
Scan-to-BIM
Scan-to-BIM (Scan-to-Building Information Modeling) ist ein Prozess, der die Erfassung realer Geometriedaten mittels 3D-Laserscanning oder Drohnenbefliegung mit LiDAR-Sensoren umfasst. Diese Daten, typischerweise in Form einer Punktwolke, werden anschließend in ein parametrisches Building Information Model (BIM) überführt. Der Workflow beginnt mit der präzisen digitalen Erfassung bestehender Gebäude oder Infrastrukturen. Die gewonnenen Punktwolken werden in spezieller Software bereinigt, registriert und in intelligente 3D-Modelle umgewandelt, die geometrische und alphanumerische Informationen enthalten. Für Architekten, Ingenieure, Bauleiter und Facility Manager ist Scan-to-BIM von hoher Relevanz, da es eine genaue und aktuelle digitale Repräsentation des Ist-Zustands liefert und eine fundierte Planung von Umbau- und Sanierungsprojekten ermöglicht.
Schadensdokumentation
Die drohnengestützte Schadensdokumentation erfasst Schäden an Gebäuden, Brücken, Windkraftanlagen oder Industrieanlagen hochauflösend aus der Luft. Thermografie- und RGB-Aufnahmen werden kombiniert um Risse, Korrosion, Leckagen und strukturelle Mängel präzise zu dokumentieren.
Schadenskartierung
Schadenskartierung dokumentiert räumlich Schäden mittels hochaufgelöster Orthofotografien und Thermografiedaten mit genauen Georeferenzen. Anwendungen umfassen Korrosionserkennung an Infrastruktur, Hagelschäden in der Landwirtschaft und Dachschäden für Versicherungs- und Restaurierungsprozesse.
Schimmelprävention
Schimmelprävention verhindert Schimmelbewuchs durch Kontrolle von Feuchte und Lüftung. Thermografische Inspektionen erkennen feuchte, kalte Bereiche an Wärmbrücken, die Schimmelpotentiale haben; Feuchtigkeitsanalysen führen zu gezielten Sanierungsmaßnahmen und Schimmelprävention.
Sense & Avoid
Sense & Avoid ist ein Sicherheitssystem, das Drohnen erkennen und ausweichen lässt (SAA). Obstacle Avoidance-Kameras und Sensoren ermöglichen autonome Flugoperationen in BVLOS-Szenarien mit erhöhter Sicherheit und ermöglichen komplexe Inspektionen über Hindernissen hinweg.
Service Level Agreement (SLA)
Ein Service Level Agreement ist eine vertragliche Vereinbarung, die Leistungsumfang und Qualitätsstandards zwischen einem Dienstleister und seinem Auftraggeber festlegt. Im Kontext von SORA 2.5 müssen externe Dienstleister, etwa U-Space-Anbieter, über SLAs in die Comprehensive Safety Portfolio eingebunden werden. Dadurch bleibt die Verantwortungskette für sicherheitsrelevante Leistungen transparent und nachvollziehbar.
SLAM (Simultaneous Localization and Mapping)
SLAM bezeichnet ein Verfahren, mit dem ein mobiles System – etwa ein Roboter, ein autonomes Fahrzeug oder eine Drohne – gleichzeitig eine Karte seiner Umgebung erstellt und die eigene Position darin bestimmt, ohne auf externe Referenzsysteme angewiesen zu sein. Dabei werden fortlaufend Sensordaten, häufig aus LiDAR oder Kameras, zu einer konsistenten 3D-Punktwolke verarbeitet. SLAM ist eine Schlüsseltechnologie für autonome Navigation und Echtzeit-Umgebungserfassung.
Soll-Ist-Vergleich
Der Soll-Ist-Vergleich kontrastiert geplante (Soll) mit erfassten (Ist) 3D-Modellen oder Höhenmodellen, häufig durch Farbkodierung von Abweichungen. Dies ist essentiell für Baufortschrittsdokumentation, Qualitätskontrolle und Massenabrechnung in der Bau- und Infrastrukturbranche.
SORA
SORA (Specific Operations Risk Assessment) ist ein standardisiertes Risikobewertungsverfahren für Drohnenoperationen im Specific-Betrieb gemäß EU-Drohnenverordnung (EU 2019/947). Das Verfahren bewertet das Bodenrisiko (GRC) und das Luftraumrisiko (ARC) und legt daraus die erforderliche Robustheitsstufe (SAIL) fest. Mit der SORA-Version 2.5 (JARUS, 2023) wurden die Bewertungsmethoden präzisiert und die Anforderungen an das Betriebshandbuch (ConOps) verschärft. Für Betriebe, die eine Betriebsgenehmigung bei der Luftfahrtbehörde beantragen, ist die korrekte SORA-Anwendung zwingend erforderlich. AerIQ bietet professionelles SORA 2.5 Consulting und erstellt rechtssichere Betriebsgenehmigungsunterlagen für Drohnenbetreiber in Deutschland. Mehr zu SORA 2.5 & Betriebsgenehmigung
Sparse Point Cloud
Die Sparse Point Cloud ist eine erste, grobe dreidimensionale Rekonstruktion eines Geländes oder Objekts, die während der Bildausrichtung in der Photogrammetrie-Software entsteht. Sie basiert auf identischen Punkten, die auf mehreren überlappenden Luftbildern erkannt und miteinander verknüpft werden. Aus ihr wird anschließend die deutlich detailliertere 3D-Punktwolke (Dense Point Cloud) berechnet.
Spotter
Ein Spotter ist eine Person, die während eines Drohneneinsatzes den Bildschirm mit den Live-Aufnahmen, etwa Wärmebilddaten, konzentriert beobachtet und verdächtige Auffälligkeiten meldet. Er unterstützt den Piloten bei der Auswertung der Sensordaten, während dieser sich auf die Steuerung der Drohne konzentriert. Diese Aufgabenteilung erhöht die Erkennungsgenauigkeit und die Sicherheit des Einsatzes.
Stockpile (Haufwerk)
Ein Stockpile bezeichnet ein gelagertes Materialhaufwerk, etwa aus Kies, Sand oder Schotter, dessen Volumen regelmäßig für Bestandsaufnahmen und Abrechnungen ermittelt werden muss. Mittels Photogrammetrie und Volumenberechnung lassen sich einzelne Haufwerke innerhalb einer Grube separat vermessen. Dies ermöglicht eine präzise Materialabbau- und Anlieferungsdokumentation.
String-Fehler
String-Fehler treten auf, wenn einzelne Module oder Zellen in einer PV-Serie (String) ausfallen, was zu Gesamtleistungsverlusten führt. Drohnen-Thermografien identifizieren String-Fehler durch charakteristische Hotspots; defekte Bypass-Dioden sind häufige Ursachen.
Structure from Motion (SfM)
Structure from Motion ist ein Algorithmus der Photogrammetrie, der aus einer Serie überlappender 2D-Fotografien automatisch die 3D-Struktur einer Szene sowie die Kamerapositionen rekonstruiert. Dabei werden korrespondierende Bildmerkmale in mehreren Aufnahmen identifiziert und mittels Triangulation in räumliche Koordinaten überführt. SfM bildet die technische Grundlage für die Erstellung von Punktwolken aus Drohnenbildern.
Strukturiertes-Licht-Scanning
Strukturiertes-Licht-Scanning ist ein optisches 3D-Erfassungsverfahren, bei dem ein bekanntes Lichtmuster auf ein Objekt projiziert und dessen Verzerrung durch die Objektoberfläche mit einer Kamera erfasst wird. Aus der Verformung des Musters lässt sich die dreidimensionale Geometrie mit hoher Genauigkeit berechnen. Das Verfahren eignet sich besonders für kleinere Objekte in kontrollierten Umgebungen, etwa in der Qualitätskontrolle oder Produktdigitalisierung.
STS (Standardszenario)
STS steht für „Standard Scenario“ (Standardszenario). Es handelt sich um vorgefertigte EU-Einsatzszenarien der speziellen Kategorie mit fest definierten Auflagen; statt einer vollständigen SORA genügt eine Betriebserklärung beim Luftfahrt-Bundesamt. STS-01 erlaubt Flüge in Sichtweite (VLOS) über einem kontrollierten Bodenbereich in besiedeltem Gebiet mit einer C5-Drohne; STS-02 erlaubt Flüge außerhalb der Sichtweite (BVLOS) mit Luftraumbeobachter in dünn besiedeltem Gebiet mit einer C6-Drohne, jeweils bis 120 m über Grund.

T

Tachymeter
Ein Tachymeter ist ein optisch-elektronisches Vermessungsinstrument, das Winkel und Entfernungen zu einem Zielpunkt misst und daraus dessen räumliche Position berechnet. Es gilt als Standardgerät der klassischen Vermessung und erreicht Genauigkeiten im Millimeterbereich, erfordert jedoch die manuelle Anzielung jedes einzelnen Messpunktes. Im Vergleich zur Drohnenvermessung liefert der Tachymeter deutlich weniger Punkte pro Zeiteinheit, dafür aber punktuell höchste Präzision.
Terrestrisches Laserscanning (TLS)
Terrestrisches Laserscanning bezeichnet die bodengestützte Vermessung von Objekten mittels stationärer Laserscanner, die Millionen Laserpulse pro Sekunde aussenden und daraus eine hochpräzise 3D-Punktwolke erzeugen. Im Gegensatz zu luftgestütztem LiDAR erfolgt die Messung vom Stativ aus festen Standpunkten am Boden, was besonders bei der Dokumentation von Innenräumen und Fassaden historischer Gebäude Genauigkeiten im Millimeterbereich ermöglicht. Die Technik bildet häufig die Grundlage für Restaurierungsprojekte und wird oft mit Drohnenaufnahmen zu einem vollständigen digitalen Zwilling kombiniert.
Texturierung
Texturierung ist der Prozess, bei dem 3D-Oberflächenmodelle mit fotografischen Oberflächen (RGB-Daten) versehen werden. Die RGB-Kamera-Aufnahmen werden auf das Mesh projiziert, um fotorealistische 3D-Modelle zu erzeugen.
TGA (Technische Gebäudeausrüstung)
TGA sind Systeme für Haustechnik (Heizung, Klimatechnik, Wasser, Elektrik). Drohnen-Inspektionen überprüfen Thermografie-Anomalien bei Wärmeverlust durch TGA; Facility-Management nutzt Daten für Effizienzoptimierung nach GEG-Standards.
Thermografie
Thermografie ist die bildgebende Darstellung von Wärmestrahlung. In der Drohneninspektion wird Thermografie eingesetzt um Wärmeverluste an Gebäuden, Defekte in PV-Anlagen, Feuchteschäden in Dächern und Leckagen in Rohrleitungen zu erkennen. Moderne Drohnen-Thermografiekameras erreichen Auflösungen von bis zu 640×512 Pixeln.
Thermografiekamera
Eine Thermografiekamera (Wärmebildkamera) macht die Wärmeabstrahlung von Oberflächen sichtbar. Montiert an einer Drohne, ermöglicht sie die berührungslose Inspektion von PV-Anlagen (Hotspot-Erkennung), Gebäuden (Wärmeverluste) und Windkraftanlagen. Temperaturdifferenzen von weniger als 0,1 Kelvin können erkannt werden.
Tie Points (Verknüpfungspunkte)
Tie Points sind identische, in mehreren überlappenden Luftbildern automatisch erkannte Bildpunkte, die als Grundlage für die photogrammetrische Berechnung dienen. Anhand ihrer Position in unterschiedlichen Aufnahmen berechnet die Auswertesoftware per Triangulation die räumliche Lage der Punkte sowie die Kamerapositionen. Sie bilden damit die Basis für die Erstellung der Sparse Point Cloud und weiterführender 3D-Modelle.
TMPR (Tactical Mitigation Performance Requirement)
TMPR steht für „Tactical Mitigation Performance Requirement“ (Anforderung an die taktische Risikominderung). Es beschreibt, wie das verbleibende Luftrisiko während des Fluges aktiv beherrscht wird, also die Fähigkeit, anderen Luftverkehr rechtzeitig zu erkennen und auszuweichen. Die geforderte Leistungsfähigkeit hängt von der Air Risk Class (ARC) ab; bei Flügen in Sichtweite (VLOS) wird sie durch das Prinzip „Sehen und Vermeiden“ des Fernpiloten erfüllt.
Trägerphasenmessung
Die Trägerphasenmessung ist ein Verfahren, bei dem nicht nur die Signallaufzeit, sondern die Schwingung des Funksignals selbst ausgewertet wird, um die Position deutlich genauer zu bestimmen. Sie ist die Grundlage für RTK- und PPK-Verfahren und ermöglicht bei gelöster Mehrdeutigkeit (Fixed-Lösung) Zentimetergenauigkeit. Die kurze Wellenlänge des Trägersignals von rund 19 Zentimetern erlaubt dabei eine viel feinere Auflösung als die reine Codemessung.

U

U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient)
Der U-Wert misst den Wärmeverlust durch Bauteile (W/m²K); niedrigere Werte bedeuten bessere Isolierung. Thermografische Messungen an Gebäuden zeigen visuelle Muster von Wärmeverlusten, die auf U-Werte schließen lassen; GEG-Anforderungen definieren Mindest-U-Werte für Neubauten und Sanierungen.
UAV (Unmanned Aerial Vehicle)
UAV (Unmanned Aerial Vehicle) ist der technische Begriff für ein unbemanntes Luftfahrzeug – umgangssprachlich als Drohne bekannt. UAVs können ferngesteuert oder autonom fliegen und werden für Vermessung, Inspektion, Fotografie und viele weitere Anwendungen eingesetzt.

Ü

Überlappung (Bildüberlappung)
Bei Photogrammetrie-Flügen werden die Bilder mit hoher Überlappung aufgenommen (typisch: 80% seitlich, 70% vorwärts). Die Überlappung ermöglicht der Software, identische Punkte in mehreren Bildern zu erkennen und daraus die 3D-Geometrie zu berechnen. Mehr Überlappung bedeutet höhere Qualität, aber auch mehr Bilder und Rechenzeit.

V

Verkehrssicherungspflicht
Die Verkehrssicherungspflicht verpflichtet Eigentümer und Hausverwaltungen, Gefahren durch bauliche Anlagen wie Dächer für Dritte abzuwenden. Sie umfasst regelmäßige Zustandskontrollen, um Schäden frühzeitig zu erkennen und Unfälle, etwa durch herabfallende Dachteile, zu vermeiden. Eine dokumentierte Dachinspektion dient häufig als Nachweis der Erfüllung dieser Pflicht.
Verschattung
Verschattung reduziert die Leistung von PV-Anlagen durch Objekte wie Bäume, Antennen oder benachbarte Gebäude. Orthofotografien aus Drohnenflügen zeigen Verschattungsverlauf über die Tageszeit; Geländemodelle ermöglichen Verschattungsprognosen für optimale Anlagenplanung.
Versicherungsdokumentation
Versicherungsdokumentation nutzt hochgenaue Drohnen-Inspektionen und Schadensfotos zur Gewährleistung und Schadensersatz. Inspektionsberichte, Schadenskartierungen und 3D-Modelle dienen als Beweise für Versicherungsansprüche bei Hagelschäden, Dachschäden und Unwetterschäden.
VLOS (Visual Line of Sight)
VLOS steht für „Visual Line of Sight“ (direkte Sichtverbindung). Der Fernpilot muss die Drohne während des gesamten Fluges ohne technische Hilfsmittel sehen und so dem übrigen Luftverkehr ausweichen können. VLOS-Betrieb erfüllt die taktische Risikominderung (TMPR) durch „Sehen und Vermeiden“. Das Gegenstück sind Flüge außerhalb der Sichtweite (BVLOS).
Volumenberechnung
Volumenberechnung ist die Quantifizierung von Material- oder Geländemengen basierend auf 3D-Punktwolken oder Mesh-Modellen. Anwendungen sind Massenermittlung bei Halden, Deponien, Baustellen oder Haldenvermessungen für präzise Abrechnungen und Bestandsmanagement.
VTOL (Vertical Take-Off and Landing)
VTOL-Drohnen (Vertical Take-Off and Landing) kombinieren die Vorteile von Multikoptern (senkrechter Start und Landung) mit denen von Flächendrohnen (effizienter Horizontalflug). Sie eignen sich besonders für großflächige Inspektionen und Kartierungen in schwer zugänglichem Gelände.

W

Wärmebildkamera
Eine Wärmebildkamera (Infrarotkamera) macht Wärmestrahlung sichtbar, die für das menschliche Auge unsichtbar ist. An Drohnen montiert, ermöglicht sie die berührungslose Temperaturmessung und Schadenserkennung aus der Luft. Einsatzgebiete sind PV-Inspektion, Gebäudethermografie, Suche nach Personen und Tieren.
Wärmebrücke
Wärmebrücken sind Bereiche in Gebäudehüllen mit erhöhtem Wärmeverlust durch schlechtere Isolierung. Thermografie-Aufnahmen von Drohnen visualisieren Wärmebrücken als kalte Zonen und sind essentiell für Energieaudits, Sanierungsplanung und Sanierungsfahrpläne.
Wärmedämmung
Wärmedämmung reduziert Wärmeverluste durch Isolationsmaterialien in Wänden, Dächern und Fundamenten. Thermografische Inspektionen prüfen Dämmeffektivität durch Identifikation von Wärmebrücken und Luftlecks; dies unterstützt Sanierungsplanung für GEG-Compliance und Energieeinsparung.
Waypoint-Navigation
Waypoint-Navigation ermöglicht autonome Flüge entlang vordefinierter Flugpfade mit GPS-Wegpunkten. Befliegungspläne definieren Waypoints und Flughöhen; die Technologie ist essentiell für reproduzierbare Vermessungsflüge und präzise Photogrammetrie-Datenerfassung.
WEA (Windenergieanlage)
WEA ist die Kurzbezeichnung für Windenergieanlage, die Windkraft in elektrische Energie umwandelt. WEAs bestehen aus Rotorblättern, Gondel, Turm und Fundamenten; Drohnen-Inspektionen sind essentiell für sichere, wirtschaftliche Überwachung und Wartung.
Wechselrichter
Der Wechselrichter konvertiert Gleichstrom (DC) aus PV-Modulen in Wechselstrom (AC) für Netzeinspeisung. Thermografische Aufnahmen erkennen Überhitzung von Wechselrichtern; Inspektionen bewerten Funktionsfähigkeit und Effizienz für Systemoptimierung.
Wildtier-Wärmebildsuche
Die drohnengestützte Wildtier-Wärmebildsuche nutzt Thermografiekameras um Rehkitze, Gelege und andere Tiere vor der Mahd zu orten. Durch den Einsatz von Drohnen können große Flächen schnell und zuverlässig abgesucht werden – ein wichtiger Beitrag zum Tierschutz in der modernen Landwirtschaft.

Z

Zeitreihen-Vergleich
Zeitreihen-Vergleich kontrastiert Aufnahmen desselben Ortes aus verschiedenen Zeitpunkten zur Detektion von Veränderungen. Abweichungsanalysen und Soll-Ist-Vergleiche zeigen Erosion, Baumwachstum, Baufortschritt oder Strukturschäden für Langzeit-Monitoring und Zustandsbewertung.
Zustandsbewertung
Zustandsbewertung ist die systematische Evaluation von Objektzustand durch visuelle Inspektion, Thermografie und 3D-Daten. Klassifizierung in Zustandsstufen (z.B. 1-5 oder A-F) unterstützt Inspektionsberichte und Instandhaltungsplanung für Immobilien, Infrastruktur und Anlagen.

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