Friedhof digital: Ihr Friedhofskataster auf dem Stand von heute, in Ihrer Friedhofssoftware
Die Gebührensatzung braucht eine nachvollziehbare Kalkulation, und die Kalkulation braucht den tatsächlichen Bestand. In vielen Friedhofsverwaltungen liegt dieser Bestand als Papierplan vor, der Neubelegungen und zurückgegebene Grabstätten nicht mehr zeigt. Eine Neuaufnahme von Hand ist im laufenden Betrieb kaum zu leisten.
Wir erfassen den Friedhof aus der Luft, meist an einem einzigen Vormittag. Danach liegt jede Grabstätte mit ihrer Nummer als Fläche in Ihrer Friedhofssoftware, dazu ein aktuelles Luftbild des gesamten Friedhofs. Belegungsplanung, Gebührenkalkulation und die Auskunft am Schalter arbeiten mit demselben Stand. Das gilt für Städte und Gemeinden ebenso wie für Kirchengemeinden als Friedhofsträger.
Was am Ende vorliegt: Ihr Friedhofskataster in zwei Ebenen
Für Ihre Sachbearbeitung:
- Jede Grabstätte als Fläche mit Grabnummer in Ihrer Friedhofssoftware, für Belegungsplanung, Gebührenkalkulation und Auskunft am Schalter
- Ein Luftbild des ganzen Friedhofs, auf dem Einfassungen, Wege und Wasserstellen zu erkennen sind (Orthophoto, 2–3 cm Bodenauflösung)
- Wege, Mauern, Wasserstellen, Bäume und Höhen als eigene Ebenen für Pflegeplanung und Ausschreibung
- Optional: ein 3D-Modell des Friedhofs für Umgestaltung und Erweiterung
Für Ihren Softwareanbieter: Grabflächen als Shapefile, GeoPackage oder DXF mit der Grabnummer als Schlüsselfeld, Orthophoto als GeoTIFF. Koordinaten liegen im amtlichen System ETRS89/UTM (Zone 32N in Hessen, Niedersachsen und Thüringen); die Lagegenauigkeit liegt je nach Passpunktsicherung im Bereich weniger Zentimeter, Einzelheiten im Angebot.
Sie brauchen keine neue Software. Wir liefern in die Friedhofssoftware oder das GIS, das Ihre Verwaltung nutzt, und stimmen die Übergabe mit dessen Anbieter ab. Die Grenzen des Friedhofsgrundstücks bleiben Sache des Liegenschaftskatasters; wir stellen die Belegung dar, nicht die Flurstücksgrenze.
Warum jetzt: Gebührenkalkulation und freie Flächen im Friedhofskataster
Zwei Anlässe kommen in Friedhofsverwaltungen oft zusammen. Die nächste Gebührenkalkulation steht an, und die Grabfelder sind nach dem Trend zu Urnenbestattungen nur noch teilweise belegt. Freie Flächen lassen sich nur umwidmen oder aus der Pflege nehmen, wenn bekannt ist, wo sie liegen.
Nach einer Schätzung der Verbraucherinitiative Aeternitas aus dem Jahr 2019 wird nahezu die Hälfte der rund 35.000 Hektar Friedhofsfläche in Deutschland nicht mehr für Bestattungen benötigt. Gerichte haben Friedhofsgebühren aufgehoben, wenn die Kalkulation den Anforderungen nicht genügte (OVG Saarland, Urteil vom 3. Dezember 2012, 1 A 6/12). Ein Kataster, das die tatsächliche Belegung zeigt, ist die Grundlage für beides.
In vier Schritten zum digitalen Friedhofskataster
Abstimmen
Wir klären Umfang (ein Friedhof oder mehrere), das eingesetzte Fachverfahren und den Termin, bevorzugt in der laubfreien Zeit, in der Wege und Grabfelder frei einsehbar sind. Was bei Ihnen liegt: Fachverfahren nennen, eine Ansprechperson benennen.
Genehmigen, durch AerIQ
Friedhöfe liegen fast immer innerhalb der Ortslage. Ob der Flug in der offenen Kategorie möglich ist oder eine Betriebsgenehmigung braucht, prüfen wir; erforderliche Genehmigungen und Zustimmungen holen wir ein und dokumentieren die Einstufung für Ihre Akte. Was bei Ihnen liegt: nichts, Ihre Verwaltung stellt keinen Antrag.
Befliegen
Für die Friedhofsvermessung aus der Luft genügt meist ein einziger Termin vor Ort von wenigen Stunden. Den Termin legen wir mit der Friedhofsverwaltung außerhalb von Beisetzungen und Besuchszeiten fest; bei Bedarf werden Teilbereiche kurzzeitig freigehalten. Was bei Ihnen liegt: Termin bestätigen und, wenn gewünscht, ein Aushang für Besucherinnen und Besucher.
Auswerten und übergeben
Aus den Aufnahmen entstehen Orthophoto und Grabgeometrien. Die Übergabe in Ihre Friedhofssoftware stimmen wir mit Ihrem Softwareanbieter ab; eine kurze Einweisung für die Sachbearbeitung gehört dazu. Was bei Ihnen liegt: der Abgleich der Grabnummern mit Ihrer Kartei dort, wo Plan und Gelände voneinander abweichen.
Beispielhafte Darstellung der Arbeitsstände
Vom Luftbild zur Fachdaten-Ebene: das Orthophoto mit vektorisierten Grabgeometrien für Ihre Friedhofssoftware, optional ergänzt um die 3D-Punktwolke für Planungsaufgaben.
Fortführung im Turnus: das Friedhofskataster bleibt aktuell
Ein Friedhof verändert sich laufend: Neubelegungen, zurückgegebene Grabstätten, Umgestaltungen. Die Friedhofsdigitalisierung ist deshalb keine einmalige Aufnahme. Mit einer Neubefliegung im vereinbarten Turnus, jährlich oder alle zwei Jahre, schreiben wir Orthophoto und Grabgeometrien fort. Ihre Verwaltung arbeitet dauerhaft mit dem tatsächlichen Bestand.
- Fortschreibung von Orthophoto und Geometrien im vereinbarten Turnus
- Veränderungsnachweis gegenüber dem vorherigen Stand: neu belegt, zurückgebaut, umgestaltet
- Planbare, wiederkehrende Kosten statt einer erneuten Ersterfassung nach Jahren
Was kostet Friedhof digital?
Der Preis richtet sich nach der Fläche des Friedhofs, der Zahl der Grabstätten und der Auswertungstiefe; ein Orthophoto allein kostet weniger als die vollständige Erfassung aller Grabgeometrien mit Nummernzuordnung. Sie nennen uns Friedhof und Software, wir nennen Ihnen den Festpreis für den beschriebenen Leistungsumfang; Änderungen vereinbaren wir vorab schriftlich. Für die Vergabeakte legen wir Leistungsbeschreibung und Angebot bei.
Die Erfassung eines einzelnen Friedhofs liegt häufig unterhalb der Wertgrenzen für Direktaufträge: Hessen 100.000 € netto für Liefer- und Dienstleistungen (HVTG seit 25. Juni 2026; ab 20.000 € grundsätzlich drei Vergleichspreise), Thüringen 30.000 € (seit 28. März 2025), Niedersachsen 20.000 € (Stand 4. September 2026). Die Einordnung trifft Ihre Vergabestelle; Fundstellen stehen im Ratgeber.
Beauftragt wird die Erfassung des Friedhofs aus der Luft mit Auswertung der Grabstätten und Übergabe in die Friedhofssoftware. Danach liegen ein aktuelles Luftbild, jede Grabstätte als Fläche mit Grabnummer und die Ebenen für Wege, Mauern und Bäume vor. Der Auftragswert liegt in der Regel im Bereich des Direktauftrags; den Vergabeweg prüft die Vergabestelle.
Fragen aus der Friedhofsverwaltung zum digitalen Friedhofskataster
Wie lange dauert die Friedhofsdigitalisierung?
Die Befliegung dauert meist wenige Stunden an einem Vormittag. Die Auswertung mit Orthophoto, Grabgeometrien und Aufbereitung für Ihr Fachverfahren nimmt je nach Größe und Auswertungstiefe einige Wochen in Anspruch. Den Zeitplan legen wir im Angebot fest; Wetter und behördliche Bearbeitungszeiten bleiben vorbehalten.
Wird der Friedhofsbetrieb gestört?
Die Termine stimmen wir mit der Friedhofsverwaltung ab und legen sie außerhalb von Beisetzungen und Besuchszeiten. Bei Bedarf werden Teilbereiche kurzzeitig freigehalten; Besucherinnen und Besucher informieren wir vorab durch einen Aushang, wenn Sie das wünschen. Rücksicht hat Vorrang vor dem Zeitplan; im Zweifel verschieben wir den Termin.
Was ist mit Grabinschriften und Friedhofsbesuchern?
Die Aufnahmen entstehen senkrecht von oben und dienen ausschließlich der Friedhofsverwaltung; sie werden nicht veröffentlicht. Personen sind darauf in aller Regel nicht erkennbar; ist im Einzelfall doch jemand erkennbar, machen wir die Stelle vor der Übergabe unkenntlich. Die datenschutzrechtliche Rollenverteilung legen wir vor der Befliegung mit Ihnen fest und schließen den dafür erforderlichen Vertrag. Die Daten liegen in Deutschland auf eigenen und bei Bedarf auf gesicherten externen Servern.
Passen die Daten in unsere Friedhofssoftware?
Wir liefern die Grabgeometrien in Austauschformaten, die Friedhofs- und GIS-Fachverfahren einlesen: Shapefile, GeoPackage oder DXF, das Orthophoto als GeoTIFF, die Grabnummer als Schlüsselfeld. Welches System Sie einsetzen, klären wir vor der Beauftragung und stimmen die Übergabe mit Ihrem Softwareanbieter ab.
Wir haben noch keine Friedhofssoftware. Was bekommen wir dann?
Pläne als PDF und DWG, die Grabflächen als GeoPackage oder Shapefile und das Luftbild als GeoTIFF. Diese Dateien lassen sich in gängigen GIS und in freien Programmen wie QGIS öffnen. Wird später eine Friedhofssoftware eingeführt, sind die Grabnummern bereits als Schlüsselfeld vorhanden.
Wie genau sind Orthophoto und Grabgeometrien?
Die Drohne bestimmt ihre Position satellitengestützt auf wenige Zentimeter genau (RTK). Optional kontrollieren wir das zusätzlich an eingemessenen Bodenpunkten. Die Lagegenauigkeit liegt je nach Passpunktsicherung im Bereich weniger Zentimeter; Grabeinfassungen, Wege und Beläge lassen sich damit abgrenzen und als Fläche erfassen. Unter dichten Baumkronen ist die Sicht von oben eingeschränkt; das besprechen wir vorab.
Hilft das Kataster bei der nächsten Gebührenkalkulation?
Aus den Grabgeometrien lassen sich Flächen je Grabart und Grabfeld ableiten, dazu belegte, freie und eingeebnete Flächen, wenn Sie Ihre Belegungsdaten dagegenhalten. Wir liefern die Flächen als Datengrundlage mit dokumentierter Methode und Stichtag; die Kalkulation selbst und die Bescheide bleiben Sache Ihrer Kämmerei.
Was kostet ein digitales Friedhofskataster?
Der Preis hängt von Fläche, Zahl der Grabstätten und Auswertungstiefe ab. Ein reines Orthophoto kostet weniger als das vollständige Kataster mit Grabnummern. Nach kurzer Abstimmung erhalten Sie einen Festpreis für den beschriebenen Leistungsumfang, ohne laufende Lizenzkosten; Ihre Kommune erhält die ausschließlichen, zeitlich unbeschränkten Nutzungsrechte an allen gelieferten Daten.
Lässt sich das Projekt als Direktauftrag vergeben?
Die Erfassung eines einzelnen Friedhofs liegt häufig in einem Auftragswert, der nach den Wertgrenzen Ihres Landes als Direktauftrag vergeben werden kann (Kasten im Abschnitt Kosten). Die Einordnung trifft Ihre Vergabestelle; wir liefern Leistungsbeschreibung und Angebot in prüffähiger Form zu.
Friedhof digital für Ihre Kommune anfragen
Nennen Sie uns Friedhof und Fachverfahren. Sie erhalten einen Vorschlag zu Lieferumfang, Ablauf und Festpreis; die Genehmigung für die Befliegung holen wir ein. Ansprechpartner: Martin Wimberger, Inhaber, Telefon +49 5673 50 99 836.
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